Freitag, 15. Januar 2016

Probier doch erst mal...



 











Wenn Frau gerne filzt, dann hat sie mit Wolle und dem Filzhandwerk zu tun. Das klingt so, als ob damit alles klar ist. Als ich anfing zu filzen, da ahnte ich noch nichts von den vielen unterschiedlichen Schafrassen, deren Wollen und den unzähligen handwerklichen Techniken, die man einsetzen kann, um an gewünschtes Ziel zu kommen. 

Das Wolle nicht gleich Wolle ist, das wurde mir erst nach und nach bewusst. Einen guten ersten Eindruck von der unendlichen Vielfalt bekommt man, wenn man das Buch von Barbara Aufenanger „Das Wollprojekt“ in die Hand nimmt. Sie hat hier allein 37 Schafrassen, die in Deutschland gehalten werden, dokumentiert. Jedes dieser Schafe liefert Wolle mit ganz spezifischen Filzeigenschaften. Dazu kommen noch die vielen Wollsorten aus aller Welt und die möglichen Zubereitungen, die der Handel anbietet. Und auch hier kann man je nach Herkunft, Rasse und Jahr und Färbung sein blaues Filzwunder erleben. 

 Das es einen gewaltigen Einfluss auf mein Filzergebnis hat, wie, wo und wieviel Wolle ich auslege, ob ich mit oder ohne Schablone arbeite, ob und wie ich mit "Fremdmaterial" arbeite, das hab ich dann schnell erfahren. Nur habe ich auf dem Altar der Erfahrung ganz schön viel Wolle und persönliche Kraft geopfert. Bis ich etwas Entscheidendes gelernt habe: PROBEN herstellen!

Aus standardisierten Teststücken schöpfe ich bei jedem Filzprojekt solide Informationen, kann gut planen und erlebe immer seltener den Punkt, an dem ich als Filzerin sagen muss: „So nicht!“ 

Nach langem Austesten und Überlegen habe ich für mich folgende Vorgehensweise beim Proben-Herstellen festgelegt: Ich lege immer auf einer Fläche von 30 auf 30 cm aus. Von einer Wollsorte gibt es mindestens vier Gewichtsproben. Z.B. 5 Gramm, 10 Gramm, 20 Gramm und 30 Gramm. Jede dieser Proben wird so lange gefilzt, bis gefühlt beim ersten Mal nichts mehr geht – mindestens aber auf 20 x 20cm. So kann ich sehen, wie sich die Wolle verhält, wie sich die Oberfläche gestaltet, kann fühlen, wie fest die Wolle durch den Filzprozess wird und vieles mehr. Außerdem kann ich später die Gewichte von den ausgelegten Quadratzentimetern auf große Filzstücke umrechnen.
In meiner Probensammlung befinden sich Proben verschiedenster Wollsorten, Experimente zur Oberflächengestaltung, Farbmischungen, Schrumpftests, meine Versuche zu Fasermischungen und Nunofilze. 
Nun muss Frau ja nicht gleich ein Filzmuseum aufbauen. Doch mit einer neuen Wolle und vor einem gewünschten Projekt ein paar Proben herzustellen hilft ungemein und bewahrt vor Frust. Außerdem habe ich bei meinen Filzkurs-Teilnehmerinnen festgestellt, dass sich durch das Arbeiten mit den Proben ganz eigene, individuelle Wege zum Ziel entwickeln. 
Man kann Proben auch ganz anders machen, sich eine ganz eigene Systematik festlegen - nur tun sollte man es eben.

Ich werde versuchen, in den kommenden Tagen ein paar "Proben" und  ihren Entstehungsweg hier vorzustellen.
Kommt gut ins Wochenende!

Freitag, 1. Januar 2016

1.1.16




















Das erste Mal sehe ich am 1. Tag des neuen Jahres Frühlingsblüten im Garten. Es ist nebelig und Schnee ist auch keiner in Sicht!
Nicht nur emotional ist es ein merkwürdiger Neujahrstag!
Dennoch - oder gerade deshalb - wünsche ich dieser zerissenen Welt ein gesegnetes, friedliches und frohes neues Jahr! Streng dich an 2016 - wir hoffen auf dich!