Samstag, 31. Dezember 2016

Glück und Licht...






















soll es geben im neuen Jahr für uns alle. Aber jetzt kommt erst einmal gut ins neue Jahr, mit oder ohne Schnee, mit oder ohne großen Rummel, mit oder ohne Feuerwerk - aber immer mit Hoffnung und Freude!
Guten Rutsch!

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Noch immer in Weihnachtsstimmung...

















Heute Nacht habe ich geträumt, der Weihnachtsbaum wäre schon weg! Was war ich froh, als ich aufgewachte und gemerkt habe, dass alles nur ein Traum war!
Eigentlich ist die Zeit nach den Feiertagen immer etwas mehr "mein Fest", als die festlichen Tage selbst. Es findet sich immer etwas zum Essen, ohne Einkaufsrummel, ich hab Zeit zum Lesen von Büchern und brauch keine Pläne mehr, einfach herumsitzen und stille sein - weil all die Lieben zufrieden ihrer eigenen Wege gehen. Das Haus ist fertig geschmückt und man muss es nur betrachten. Keiner will da noch ein wenig mehr - oder weniger, keiner erwartet etwas von mir!  Wie wundervoll, diese Zeit zwischen den Jahren!
Wie verbringt ihr diese Tage? Ich wünsch euch sehr, dass sie die wahren "stillen" Tage sein dürfen.
Nachweihnachts-Grüße

Samstag, 24. Dezember 2016

24. Dezember

Nun kam dann doch alles anders als geplant. Aber so ist es nun mal, das Leben. Wenn die eigenen Ansprüche, Wünsche und Ideen mit den Kräften und der Zeit, die man hat, in Konkurrenz treten, dann bleibt so mancher Traum unerfüllt. So auch dieser Adventskalender-Traum.
Und dann  ging mir dieser Tage aber so durch den Kopf, dass Weihnachten immer wieder eine gute Gelegenheit ist, sich selbst zu überdenken. Ich fragte mich, ob es nicht endlich Zeit wäre "realistisch" zu werden, mit den Kräften zu haushalten und nur noch Ziele ins Auge zu fassen, die ich wirklich bewältigen kann!?!

















Vielleicht wäre es richtiger, aber das wäre nicht mehr ich! Dass ich manchmal die Aufgaben, die ich für andere mache, Erwartungen von Mitmenschen eher in den Vordergrund stelle, als meinen Bedürfnissen nach zu kommen, das ist nun mal so. Ich werde daran nicht wirklich etwas ändern, denn es sind die Menschen um mich herum, die Menschen, für die ich Verantwortung übernommen habe, die mir schlussendlich Kraft geben und die ich brauche. Und dann sind da ja meine Helferlein, die mir zur Seite stehen und mir bei so vielen Tätigkeiten in den letzten Wochen geholfen haben.
Heute schmücken wir alle den Baum und genießen Weihnachten. Und dann kommen Tage, in denen all die Freunde, die eingeladen wurden hier auch vorgestellt werden können.
Bleibt wir ihr seid: individuell, kreativ, unvollkommen aber unendlich wertvoll!
Gesegnete Weihnacht Euch allen!


Dienstag, 6. Dezember 2016

5. Dezember


















Geheim halten kann man nichts vor den beiden Gästen. Eigentlich wollte ich dem Nikolaus die Arbeit abnehmen, doch die beiden haben es irgendwie geschafft, sich in das Geschehen einzumischen. Ich mag das ja nicht so gerne, weil man nie wissen kann, was dabei heraus kommt, wenn jemand meine Arbeit macht. Deshalb bin ich ziemlich sicher, dass die kleinen Engel so was wie meinen persönlichen Übungsweg mitgebracht haben. Schweigsam und ohne Zögern machen sie sich an die Arbeit, sie fragen nicht und lächeln bei der Tätigkeit, die sie mir aus der Hand genommen habe - jetzt kann ich auch lächeln.
Nikolaus kann bald anklopfen....

Montag, 5. Dezember 2016

4. Dezember


















Kaum ist der Aufruf raus, schon entdecke ich den zweiten Adventsgast im Garten. Schweigsam ist er. Als ich ihn frage, ob er zum Engelchen gekommen ist, zuckt er nur mit den Schultern. Kann er meine Sprache nicht oder ist er einfach ein ganz Stiller? Sprechen Engel eigentlich überhaupt eine Sprache nicht? Ich dacht ja immer, wenigstens dort, wo sie herkommen gäbe es kein Sprachwirrwar, kein Vokabel-Lernen und Grammatik-Pauken. Sie verstünden sich untereinander und uns sowieso. Verstehen können ist so wichtig.
Da geht mir so durch den Kopf, dass "verstehen wollen" vielleicht noch wichtiger ist - egal woher jemand kommt und wohin er will. Wenn er mir gegenübersteht sollte ich auf jeden Fall versuchen zu verstehen.
Na, dann komm erst mal rein, kleiner Kerl!
Habt einen verständnisvollen 2. Advent!

Samstag, 3. Dezember 2016

3. Dezember


















Der kleine Dachs hat ja sofort Freundschaft mit dem Engelchen geschlossen und beschaut sich neugierig den geöffneten Koffer. Und was sieht er? Nur Päckchen! Also wirklich jetzt. "Nun wissen wir hier immer noch nicht, was du da mit dir trägst, kleiner Engel."
Wenn du meine Freunde einladen würdest, dann kannst du sehen, was in den Päckchen ist, sagt der kleine Engel zu mir. Er wird die Päckchen nicht öffnen, das dürfen nur seine Freunde.
Und nun überlege ich, was das bedeutet, Fremde einfach so zu mir einzuladen.
Jemanden nicht zu kennen und ihm Zugang zu den eigenen vier Wänden zu erlauben, das ist immer ein Schritt. Man weiß nicht, ob man miteinander überhaupt warm wird, ob man sich aneinander gewöhnen kann und man ins Gespräch kommt. Kann man unvoreingenommen sein und sich öffnen, Raum genug schaffen? Wie weit kann man Fremden Einblick gewähren in das eigene Leben?
Ich zögere noch und überlege, dass ich doch kein Engelshotel habe. Schon will ich den Mund aufmachen, da lächelt mich der kleine Kerl an und sagt: "Aber seit vielen Jahren hast du es immer wieder mit fremden Menschen zu tun, die dir in kürzester Zeit ans Herz wachsen, die du begleitest, denen du etwas beibringst, was ist bei uns so anders?"
Recht hat er! Also, Tür auf und eine deutliche Einladung aussprechen.
Engel sind hier willkommen! Und wir werden sehen, was geschieht...
Adventliche Grüße 

Freitag, 2. Dezember 2016

2. Dezember













Erst mal ausschlafen, wollt der kleine Engel. Als ich sein Bettchen vorbereitet hab, da hat er sich in der Werkstatt umgeschaut und den kleinen Hasen entdeckt. Der musste mit ins Bettchen. Ok!
"Und was ist in dem Köfferchen, das du mit dir herumschleppst?" hab ich gefragt. "Viel zu müde, um das zu erklären. Wart es einfach ab." Sagt es, gähnt herzhaft und schon war er eingeschlafen.

Abwarten, das ist so ein Ding. Ich kann ganz schlecht warten, möcht so gerne, dass alles sich sofort offenbart. Kennt ihr das? Jemand sagt zu Euch so was wie "Wir müssen reden, ich denke wir sehen uns morgen..." und schon geht mein Kopfkino los. Um was geht es nur, was kann er oder sie wollen, bin ich dem Gespräch gewachsen. Was, wenn es etwas ist, was ich gar nicht hören will?  Oder man wartet auf einen wichtigen Brief, eine Zusage, eine wesentliche Information. Ich sag es ja, Abwarten ist so ein Ding. Und in Zeiten des Internets ist das Abwarten noch schwieriger geworden, finde ich. Immer glaubt man, sofort eine Antwort finden zu können. Sogar die Zukunft können sie heute vorhersagen - bis in hundet Jahren wissen sie es schon ganz genau...Das macht es mir nicht gerade leichter, das Abwarten.
Nun üb ich heute mal das Abwarten, das ohne Antwort bleiben, weil das Abwarten, das Warten überhaupt zum Advent gehört. Wie gut, dass der kleine Kerl auf seiner Reise hier vorbei gekommen ist.
Adventliche Grüße

Donnerstag, 1. Dezember 2016

1. Dezember

Ich hab lange überlegt, ob ich es in diesem Jahr wohl schaffe, einen Adventskalender für euch zu gestalten. Nun hat mir jemand die Entscheidung abgenommen.

















Heute Morgen wollte ich nur nach dem Vogelfutter schauen und wer sitzt da zu meiner Überraschung? Ein kleiner Engel. Wir sind noch nicht so richtig ins Gespräch gekommen, ich hab ihn erst mal ins Haus eingeladen, weil es so nass und so kalt ist da draußen.
Früher hätte ich mit Inbrunst behauptet, das ich Überraschungen liebe. Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher. Manchmal sind diese Überraschungen gar nicht so positiv, wie das Wort einem weismachen will. So manch ein Ereignis, dass wie ein kleiner Sturm über einen hereinbricht, bringt den Tag durcheinander, ist traurig oder gar belastend. Wie wunderbar war doch die Zeit, in der Überraschungen, hübsch verpackt auf uns gewartet haben und ganz behutsam enthüllt werden konnten. Vielleicht werde ich einfach alt, und wünsch mir manchmal einen Tag so ganz ohne Überraschungen.
Ich wünsch uns allen, dass die kommende Zeit schöne Überraschungen bereit hält, die wir behutsam und mit positiver Spannung empfangen dürfen!
Adventliche Grüße

Dienstag, 29. November 2016

So kommt man zu nix...

Darf ich euch meinen neuen Briefbeschwerer vorstellen:
 





















Unser Kater findet, dass es draußen zu kalt ist und sucht sich deshalb einen gemütlichen Platz. Auf dem Stapel, den ich weg arbeiten wollte, findet er es gemütlicher als auf seinem Sessel - keine Ahnung, warum das so ist. Mal sehen, wann ich zum weiterarbeiten komme.
Ach ja, und der Adventskalender sollte ja auch heute schon mal in Angriff genommen werden :-)
Bitte, lieber Barnaby .....

Dienstag, 15. November 2016

Montags-Mond

Wir sind gestern wie wilde Paparazzi hinter dem prominenten Mond herlaufen - trotz Stativ und mehrmaliger Wechselei von Bildschärfe, Belichtung, Objektiv und so kam nur das Bild einigermaßen dem Eindruck nahe, den wir so einfach mit Augen hatten.
Was der Göttergatte nicht alles mitmacht....
















Immerhin ist es gut, dass der Mond gestern seine Pracht entfaltet hat, denn heute ist hier Suppenküchenwetter!
Genießt die Woche - mit und ohne Regen

Sonntag, 13. November 2016

Sonntags-Eis


Minus 4 Grad und dazu strahlend blauer Himmel ergibt Sonntagseis!
Eigentlich sollte die Filzfrau nun fröhlich an die Adventszeit denken und dafür arbeiten, doch irgendwie ist mir heute nach König Winter zu Mute.
Mal sehen, ob der heute noch fertig wird - sein Zwergenbegleiter hat sich heute schon aus der Wolle gearbeitet!
Habt einen wunderschönen Sonntag!



Dienstag, 8. November 2016

Filz im Advent














Irgendwie ist es dann doch schneller November geworden, als ich gedacht habe. Vielleicht sollte ich besser sagen, als ich mitbekommen habe - Erkältungen sind nicht gerade gute Zeitmanager. Nun ja, ich bin hoffentlich noch rechtzeitig aufgewacht. Nun, und soll ich euch was sagen? Ich freue mich auf die Arbeit an den vertrauten Figuren und die Umstzung neuer Ideen, die am Filztisch entstehen.
Heute gibt es erst einmal Adventsspiralen zu sehen und natürlich die klitzekleinen Märchenwollefiguren, die dazu passen.
Liebste Grüße aus der Wollwerkstatt!

P.S. Näheres zu den gefilzen Adventskalendern findet ihr hier: https://wollwerkerin.de/neuigkeiten/

Sonntag, 6. November 2016

Zurück aus Forchheim!

Nun sind sie also wieder da, meine Ausstellungsstücke. Ich habe mich getraut und an der Filzkunstausstellung "Licht und Schatten" des Filz-Netzwerk e.V. in der schönen fränkischen Stadt Forchheim teilgenommen.
Ich zeig euch mal meine Gebrauchsfilze, die in der Ausstellung als Set unter dem Titel "moonlight shadow" präsentiert wurden. Neben einem Sitzkissen und einem warmen Umschlagtuch gibt es für ganz verfrorene Seelen noch eine Wärmflasche.







 Und so sahen meine drei Schattenspiele in den Räumen des Pfalzmuseums Forchheim aus! Mehr über die tolle Ausstellung erfahrt ihr auf der Seite des Filz-Netzwerk e.V.
Stolze Grüße

Donnerstag, 15. September 2016

Lebenszeichen...

Seit einigen Monaten nimmt mich das Leben ganz schon an die Kandarre. Einige neue Aufgaben, Projekte für das Filz-Netzwerk, Familie, Filzen wenn es denn mal klappt, Filzschülerinnen und so vieles mehr, dass mir schon beim Schreiben die Puste ausgeht.
Na ja, ganz so schlimm, wie es sich anhört, ist es nicht, nur Zeit haben ist so eine Sache: Ihr kennt das sicherlich.
Nun habe ich mich auch noch von meiner alten Homepage verabschieden müssen, die Technik war einfach zu veraltet. Nun denn - ganz fertig bin ich noch nicht - aber schon sehr zufrieden.
Die neue Internet-Adresse ist die "alte" geblieben: www.wollwerkerin.de














Heute hab ich endlich mal die neuen Kurstermine eingestellt - und jetzt wird es Zeit auch hier wieder ein wenig "Leben in die Bude" zu bringen. Ich hoffe doch sehr, dass es mir ab jetzt wieder gelingt, häufiger hier etwas von mir hören zu lassen!
Liebste Grüße

Samstag, 6. Februar 2016

Probier doch....Teil 3














Ob ein Filzprojekt gelingt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ok, das hatten wir ja schon...   passende Wollsorte, Wollmenge und  dann kommt es darauf an, wie ich die Wolle auslege. 
Als ich mit dem Nassfilzen begann, habe ich gelernt, dass man Wolle auszupft, die gezupften  Wollflocken dachziegelartig auslegt und dabei eine Schicht horizontal und eine Schicht vertikal legt – also „kreuz und quer“. Ich habe mir vorgestellt, dass man die Wolle legt, so wie man beim Weben  mit Kette und Schuss eine Überkreuzstabilität herstellt. Für viele Objekte ist das auch nach wie vor meine bevorzugte Legetechnik. 
 


Diese Auslegetechnik kann ich sowohl bei Strangwolle, Kardenband und Vlieswolle anwenden. Bei Strangwolle teile ich den Strang der Länge nach, bevor ich mit dem Zupfen beginne. So habe ich einfach eine bessere Kontrolle über die Flockengröße und erhalte eine gleichmäßigere Verteilung. Natürlich muss ich so meist mehr als 2 Lagen legen, doch die scheinbare Mehrarbeit verhindert selbst bei dünnen Filzen, dass sich Löcher bilden.  Auch mit einem Kardenband kann ich ähnlich verfahren. 

 Eine witzige Form des „Kreuz und Quer“ beim Filzen ist das Arbeiten mit ungezupfter Strangwolle, die man einfach kreuz und quer legt, wie beim Weben. Nun werden erst die Verbindungspunkte angefilzt und dann das Ganze sorgfältig gerollt. So können ganz leicht bunte Gitterschals entstehen. 









Bei Vlieswolle ist die Versuchung groß, das Vlies, so wie es geliefert wird, auf der Fläche auszulegen und dann einfach los zu filzen, Manchmal geht das auch ganz gut. Ich hatte dabei leider schon ziemlich unregelmäßige Ergebnisse oder sogar dünne Stellen.  Um das zu vermeiden, habe ich mir auch bei der Vlieswolle angewöhnt, „Stränge“ vom Vlies abzutrennen  und damit genau so zu arbeiten, wie mit der Strangwolle.


Beim Vlies sieht es zwar auf den ersten Blick so aus, als ob die Fasern bereits kreuz und quer liegen, doch auch hier ist die Wolle bereits durch das Kardieren in eine bestimmte Richtung gebracht und nicht jedes Vlies ist wirklich gleichmäßig. Selbst das „Abheben“ von Schichten bringt nicht immer den gewünschten Erfolg. Deshalb „zupfe“ ich auch bei der Vlieswolle gleichmäßige Flocken und belege damit mein geplantes Filzstück. 



Wenn ich nun Wolle sehr dünn auslegen will, wie zum Beispiel bei einem Nuno-Seidenschal, der leicht und zart bleiben soll, dann arbeite ich mit einer anderen Auslegetechnik. 








Die Wolle wird hierbei in nur einer Schicht und im „Zickzack-Muster“ ausgelegt. So kommt man mit nur einer Schicht Wolle aus und kann sogar mit unterschiedlichen Farben ein Muster sehr gleichmäßig legen. Diese Auslegetechnik kann auch ihren Einsatz finden, wenn ich einen Schal oder eine Weste mit der Sandwichtechnik erarbeiten will. Dabei kann Seidenstoff, dann eine hauchdünne Schicht Wolle, und als Drittes z.B. eine Schicht Seidenfasern aufgebaut werden, und dennoch bleibt der Filz dünn. Man wundert sich immer wieder, was die Wolle so alles festhalten kann.

Das richtige Auslegen hilft sehr, dem Endprodukt das Aussehen zu verleihen, das ich mir wünsche.Ich kann z.B. durch das Auslegen im Kreis eine runde Form unterstützen und einen sauberen Rand bekommen. 












Auch beim Erarbeiten eines Kleidungsstücks kann das kreisförmige Auslegen der Wolle im Brustbereich die spätere Ausformung erleichtern. Ich kann also einmal durch die Richtung, in der ich die Wolle auslege, den Schrumpfweg vorgeben. Durch zusätzliche Wollmengen in bestimmten Partien wird die Schrumpfeigenschaft eines Filzprojekts beeinflusst und so das Formen unterstützt. Das ist besonders interessant bei Hohlkörpern und Bekleidung.

Merke: Mehr Wolle an einer Stelle oder in einer Richtung verlangsamt hier den Schrumpf. Um diesen Effekt zu zeigen, habe ich bei dieser Probe mal folgendes gemacht:


Auf eine Fläche von 30 mal 30 cm habe ich 5 Gramm Merinowolle, Stärke 16 Mikron, verteilt und dann Wollknubbel mit je 2 Gramm Merinowolle in der Stärke 21 Mikron aufgelegt.














Das Probenstück hat dank der sehr feinen Untergrundwolle einen Schrumpf von 2,5 erreicht. Es ist jetzt nur noch 12 auf 12 cm groß. Aber die Bubbel sind weniger schnell gefilzt und haben dadurch eine blasige Oberfläche erzielt. Das sieht zum Beispiel bei Taschenklappen sehr witzig aus!



Ich wünsche Euch viel Spaß beim Ausprobieren und viel Erfolg mit euren Filzarbeiten.

                                               


Mittwoch, 3. Februar 2016

Probier doch...Teil 2

Dann rechnen wir doch mal ein wenig!







  
Ich bin immer etwas irritiert, wenn ich irgendwo lese, dass "die Wolle" etwa um ein Drittel schrumpft. Macht sie ja vielleicht, oder auch nicht...



 Um exakte Filzergebnisse zu bekommen, also Projekte planbar zu machen, ist es immer gut, wenn Filzfrau ihre Rechenkünste oder einen Taschenrechner bemüht. Aus jeder Probe, die ihr mal angefertigt habt oder erst jetzt anfertigt, könnt ihr Planungsdaten ableiten. Dazu braucht man folgende Grundlageninfos: 
Das Fertigmaß (FM)  des Filzstücks, den Schrumpffaktor (SF), das Auslegemaß (AM) und die Wollmenge pro Quadratzentimeter
Nehmen wir an, ich habe eine Probe 30 auf 30 cm ausgelegt. Mein AM ist also 30 x 30. Nehmen wir weiter an, mein FM ist 20 x 20.
AM : FM = SF  - im oben genannten Beispiel ist der SF also 1,5!
Achtung: Bei einem Rechteck muss jede Seite extra gerechnet werden, is ja klar. 
Es gibt noch zwei Varianten dazu:
SF x FM = AM nutze ich, wenn ich die fertige Größe und den Schrumpffaktor kenne und will mein Auslegemaß und /oder das Schablonenmaß berechnen
AM : SF = FM nutze ich, wennich etwas ausgelegt habe, plane einen bestimmten Schrumpf und will dann das Fertigmaß berechnen.
Soweit ok?
Und jetzt noch die Wollmenge. Wenn ich bei meiner Probe 30Gramm Wolle auf 30x30cm ausgelegt habe, dann habe ich 30 Gramm geteilt durch 900 qcm = 0,0333 Gramm pro qcm Wollverbrauch. Der Wollverbrauch rechnet sich aus der Gesamtfläche des Auslegemaßes.
Also ein Tischläufer mit einem FM von 100cm auf 40 cm mit einem SF von 1,4 hat welches AM?
100 x 1,4 = 140cm AM längs und 40 x 1,4 = 56 cm AM breit
Das sind insgesamt 140 x 56 = 7840 qcm Fläche. Wenn ich nun bei meiner Probe 0,0022 Gramm Wolle pro qcm ermittelt habe, dann brauche ich für den Läufer 0,022 x 7840 =  172 Gramm Wolle und das hier gleich zwei Mal...









Bei Hohlfilzen gilt es natürlich an beide Seiten zu denken. Ich hab’s schon mal fertig gebracht, nur eine Fläche zu berechnen und hab dann beide Seiten mit der Hälfte der benötigten Wolle zu belegen – und mich doch sehr schnell gewundert, wie dünn das alles ist…
Aber das passiert euch natürlich nicht :-) und wie Frau Wolle am Besten auslegen kann, das kommt schreib ich dann in Teil 3! 
Filzige Grüße

Freitag, 15. Januar 2016

Probier doch erst mal...



 











Wenn Frau gerne filzt, dann hat sie mit Wolle und dem Filzhandwerk zu tun. Das klingt so, als ob damit alles klar ist. Als ich anfing zu filzen, da ahnte ich noch nichts von den vielen unterschiedlichen Schafrassen, deren Wollen und den unzähligen handwerklichen Techniken, die man einsetzen kann, um an gewünschtes Ziel zu kommen. 

Das Wolle nicht gleich Wolle ist, das wurde mir erst nach und nach bewusst. Einen guten ersten Eindruck von der unendlichen Vielfalt bekommt man, wenn man das Buch von Barbara Aufenanger „Das Wollprojekt“ in die Hand nimmt. Sie hat hier allein 37 Schafrassen, die in Deutschland gehalten werden, dokumentiert. Jedes dieser Schafe liefert Wolle mit ganz spezifischen Filzeigenschaften. Dazu kommen noch die vielen Wollsorten aus aller Welt und die möglichen Zubereitungen, die der Handel anbietet. Und auch hier kann man je nach Herkunft, Rasse und Jahr und Färbung sein blaues Filzwunder erleben. 

 Das es einen gewaltigen Einfluss auf mein Filzergebnis hat, wie, wo und wieviel Wolle ich auslege, ob ich mit oder ohne Schablone arbeite, ob und wie ich mit "Fremdmaterial" arbeite, das hab ich dann schnell erfahren. Nur habe ich auf dem Altar der Erfahrung ganz schön viel Wolle und persönliche Kraft geopfert. Bis ich etwas Entscheidendes gelernt habe: PROBEN herstellen!

Aus standardisierten Teststücken schöpfe ich bei jedem Filzprojekt solide Informationen, kann gut planen und erlebe immer seltener den Punkt, an dem ich als Filzerin sagen muss: „So nicht!“ 

Nach langem Austesten und Überlegen habe ich für mich folgende Vorgehensweise beim Proben-Herstellen festgelegt: Ich lege immer auf einer Fläche von 30 auf 30 cm aus. Von einer Wollsorte gibt es mindestens vier Gewichtsproben. Z.B. 5 Gramm, 10 Gramm, 20 Gramm und 30 Gramm. Jede dieser Proben wird so lange gefilzt, bis gefühlt beim ersten Mal nichts mehr geht – mindestens aber auf 20 x 20cm. So kann ich sehen, wie sich die Wolle verhält, wie sich die Oberfläche gestaltet, kann fühlen, wie fest die Wolle durch den Filzprozess wird und vieles mehr. Außerdem kann ich später die Gewichte von den ausgelegten Quadratzentimetern auf große Filzstücke umrechnen.
In meiner Probensammlung befinden sich Proben verschiedenster Wollsorten, Experimente zur Oberflächengestaltung, Farbmischungen, Schrumpftests, meine Versuche zu Fasermischungen und Nunofilze. 
Nun muss Frau ja nicht gleich ein Filzmuseum aufbauen. Doch mit einer neuen Wolle und vor einem gewünschten Projekt ein paar Proben herzustellen hilft ungemein und bewahrt vor Frust. Außerdem habe ich bei meinen Filzkurs-Teilnehmerinnen festgestellt, dass sich durch das Arbeiten mit den Proben ganz eigene, individuelle Wege zum Ziel entwickeln. 
Man kann Proben auch ganz anders machen, sich eine ganz eigene Systematik festlegen - nur tun sollte man es eben.

Ich werde versuchen, in den kommenden Tagen ein paar "Proben" und  ihren Entstehungsweg hier vorzustellen.
Kommt gut ins Wochenende!