Samstag, 2. Februar 2013

Zu einem der

schönsten Lichtpunkte in diesem jungen Jahr, gehört für mich die Tatsache, dass das Ende der töchterlichen Schulzeit zum Greifen nahe ist. Seit fast 14 Jahren vergeht kaum ein Schultag, an dem ich mich nicht über die Institution und ihre amtlichen Vertreter wundere, wenn nicht sogar ärgere.
Warum werden Menschen Lehrer, wenn sie Kinder und Jugendlich nicht leiden können, immer nur das Schlechteste von ihnen annehmen, unmögliches fordern, selbst ihren eigenen Maßstäben nicht im Entferntesten gerecht werden und Eltern wie ahnungslose Schafe behandeln? Kann mir das jemand sagen?
Ich werde das nie verstehen.
Zugegeben, nicht alle Lehrer sind so, aber leider viel zu viele und ich werde das Gefühl nicht mehr los, dass es immer mehr werden, die ihre eigenen Befindlichkeiten postwendend an den Schülern abreagieren.
Vor allem in der Oberstufe tummeln sich Solche, für die Wertschätzung, Respekt und eine pädagogische Haltung offensichtlich eher Fremdworte sind.
Irgendwie mehr Schatten als Licht und viel Kälte!














Nur ein Beispiel:
Gestern streikten in Potsdam und Umgebung die Busfahrer. Ohne Vorwarnung. So weit so gut oder schlecht. Zur Schule unseres (nicht mehr vorhandenen) Vertrauens fahren nur Busse. Wer von Außerhalb kommt, ist auf den Bus angewiesen, es sei denn, Mama steht bereit, und übernimmt den Taxidienst für die  an verwaisten Bushaltestellen stehende Schüler. Die vier, die in mein Auto passen kommen in letzter Minute zum Unterricht. Lehrerin: "Wir schreiben heute einen Test."
Die Hälfte des Kurses fehlt noch, macht nix - die sind selber Schuld, sagt sie. Und dann beschimpft sie auch noch jeden, der "zu spät" kommt. Man könne sich ja besser organisieren, sagt sie unter anderem. Den Rest ihrer sachdienlichen Unsinnskommentare erspare ich Euch.
Der Letzte hat es dann endlich 15 Minuten vor Ende der Stunde geschafft, der muss auch noch mitschreiben. Kein Einsehen, kein Erbarmen. Nicht nur, dass dieser Knabe natürlich nicht fertig werden konnte, nein alle anderen wurden dauernd abgelenkt, durch das Gemaule der gnädigen Frau.
Macht aber nix - als Lehrerin kann sie sich das erlauben - denkt sie. Sie hat ja "Abhängige" vor sich sitzen.  Ich bin es leid. Ich bin diese Abwertungen und Kränkungen der Schüler so leid. Woher sollen in diesem Land konstruktive Kommunikationsstrukturen kommen, wenn sich junge Menschen täglich so "betreut" sehen? Und komm mir bloß keiner, der sagt, die Kinder seien schwieriger als früher. Selbst wenn das so wäre, wenn ich eine Aufgabe habe, dann mache ich mich fit dafür und ruhe mich nicht auf Lorbeeren aus, die schon lange vertrocknet sind.
Gott sei Dank sind jetzt erst mal Ferien. Fünf Tage ohne Schulstress tut allen gut!

Auch wenn es Draußen nicht so aussieht, ich wünsche Euch ein lichtvolles Wochenende!




Kommentare:

  1. Liebste Susanne,
    zu dem Thema möchte ich gar nicht viel schreiben es würde mehr als endlos werden ;o).Aber eines kann ich doch schreiben :Ich verstehe dich voll und ganz!Wünsche euch ein superschönes Wochenende und drücke dich...deine Petie ♥

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  2. Also ich fürchte Du hast Deine Frage selbst beantwortet: sie wollen Macht! Macht über Schwächere und wer sich da nicht an Erwachsene traut, der wird eben LehrerIn! Mein Jüngster hat noch ein Jahr vor sich, aber glaube mir, an dem Tag an dem "schools out!-ist, feiere ich ´ne Party!
    Fühlt sich aber gut an, dass wenigstens noch einige Eltern den Glauben an die Jugend nicht verloren haben - da habe ich leider des öfteren auch so meine Zweifel. Als ob wir selbst nie jung gewesen wären und Schule für uns das oberste Ziel.
    Genieße die Ferien! Schönes WE wünscht Dir eine mitleidende Astrid

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  3. Also ich kann dich einerseits voll verstehen, war ja auch mal (vor noch gar nicht so langer Zeit) Schülerin und hatte auch einige Lehrer, bei denen ich froh bin, nie mehr was mit ihnen zu tun haben zu müssen. Allerdings haben es die Lehrer auch nicht immer leicht, dass sehe ich bei meinem Vater. Da kann man noch so motiviert sein, so wie sich einige Schüler und auch Eltern gegenüber Lehrern verhalten, dass ist schon echt mies. Er ist seit Freitag Renter, und obwohl er immer sehr gerne unterrichtet hat, ist er froh, endlich aus der Schule rauszukommen. Das soll jetzt keine Entschuldigung für die Lehrerin in deinem Fall sein, aber man sollte die Schuld nicht immer nur immer den Lehrern zuschieben. In deinem Fall war das Verhalten ihrerseits aber echt nicht angebracht.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. Ich glaube, es wird kaum Eltern geben, die nicht schon diese leidvolle Erfahrung haben machen müssen. Aktueller Aufreger bei mir: der Sohn musste ein zweiwöchiges Schülerpraktikum absolvieren. Jedem Schüler wurde ein Lehrer zugeordnet, der sich innerhalb der zwei Wochen einmal an der entsprechenden Arbeitsstelle blicken lassen musste, um mit dem Schüler und seinem Betreuer zu sprechen, sich über die Arbeitsbedingungen und den Schüler zu informieren usw.
    Noch vor Beginn des Praktikums, fragte ein Lehrer, wer sich denn bei der Firma XY beworben hätte. Mein Sohn meldete sich. Darauf der Lehrer, er habe sich ihn bzw. die Firma ausgesucht, weil diese so schön schulnah gelegen sei, da habe er es nicht so weit. Mein Sohn hörte dann von all seinen Mitschülern, dass ihre "Begleitlehrer" zu Beginn der zweiten Woche zu Besuch waren.
    Mein Sohn wurde am vorletzten Tag seines Praktikums vom Mitarbeiter der Firma mit den Worten empfangen: "Dein Lehrer kommt nicht, sein Auto ist nicht angesprungen. Er hat alles Nötige telefonisch geklärt."
    Super, oder? Deutlicher hätte man sein Desinteresse wohl kaum demonstrieren können.
    Auch wir haben (so hoffe ich)nur noch 2 Jahre durchzuhalten. Dann habe auch ich meine Kinder fast 25 Jahre durch die Schule begleitet. Ich glaube spätestens dann, ist irgendein Orden fällig ;o))).
    Herzliche Grüße
    Anna

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