Sonntag, 9. September 2012

Heute mal ohne Foto!

Nun, ich bin keine wirklich gute Fotografin - es ist noch nicht einmal ein Hobby von mir. Ohne den Blog gäbe es sicherlich sehr wenige Aufnahmen aus meiner Hand (wie sagt man das korrekt?).

Aber irgendwie habe ich es immer genossen, meine Posts mit einem Foto zu ergänzen oder ein Bild als "Aufhänger" zu benutzen. Seit einigen Tagen war ich nun überhaupt nicht mehr so sicher, ob ich weiterhin Bilder zu meinen Post stellen, ob ich überhaupt noch was schreiben sollte.
Alles begann damit, dass sich eine Bloggerin, die zugegebenermaßen exzellente Bilder macht, sehr unfreundlich über die "Hausfrauen-Bilder" in anderen Blogs geäußert hat. Diese abwertende Geste hat mich ziemlich erschreckt und auch etwas verärgert. Ok, das war eine Einzelmeinung und ich müsste mir den Schuh nicht anziehen - alles klar.

Nun las ich dieser Tage, dass einen große deutsche Frauenzeitschrift, die vor 2 Jahren ein großes Experiment wagte, indem sie auf professionelle Models verzichtete bei ihren Fotostrecken, diese Versuche einstellen wird und wieder auf "Profis" umstellen will. Die Aktion hätte nicht den gewünschten Erfolg gebracht - deshalb kehre man nun zu den bezahlten Modellen zurück. Die Leserinnen scheinen mit den Frauen von "Nebenan" nicht genug Glamour zu bekommen.

Ihr fragt Euch sicherlich, was nun das eine mit dem anderen zu tun hat.

Mal abgesehen davon, dass ich bei der Auswahl der "Alltagsfrauen" für die Modeseiten irgendwie nie wirklich einen großen Unterschied zu vorher erkennen konnte und mich leicht veräppelt fühlte, stellt sich mir die Frage, ob wir wirklich so perfektionistisch veranlagt sind. Sind wir nur hinter dem schönen Schein her? Muss denn alles, was wir uns ansehen wie aus dem Genlabor aussehen? Wenn die Bilder für ein Kochbuch nur gut genug sind, weil die Speisen noch mit Glanzspray besprüht sind, wenn die Fotos in einem Magazin nur brauchbar sind, wenn die abgelichteten Menschen bis zur Unkenntlichkeit  "bearbeitet" wurden, wenn Landschaften nur noch echt wirken, weil die Farben verfälscht werden - wie können wir unseren Augen da noch trauen? Ist die Realität so unerträglich, dass wir uns selbst betrügen müssen mit Bearbeitungsprogrammen, Airbrushing und Kunstlicht?

Ehrlich! Ich liebe die wahrhaftige Bilder auf euren Blogs. Ich liebe die Schnappschüsse, die aus Stimmungen und nicht aus Berechnung entstanden sind. Ich finde einfach, dass Wahrhaftigkeit viel mehr wert ist als Perfektion und das Lesen eines spontanen Tagesberichts bereichernder ist als ein gestyltes "Magazin" egal ob auf Papier oder im Netz.
Und ab Morgen gibt es auch wieder "Hausfrauen-Bilder"!
Kommt gut in die neue Woche!