Samstag, 29. Dezember 2012

Zu zaghaft?














Mir geht dieser Artikel von Andiva nicht mehr aus dem Kopf.
Er ist auf große Resonanz und Zustimmung gestoßen, was mich persönlich nicht weiter verwundert. Und gerade, weil ich ihre Erfahrungen an vielen Stellen teile, gerade weil ich sie und viele Andere als Kunsthandwerkerinnen sehr schätze, muss ich für mich versuchen, dem Aspekte-Chaos  in meinem Kopf etwas Struktur zu verpassen und meine Gedanken nieder zu schreiben.
Wenn ich daran denke, wie ich mich vor fast 4 Jahren mit meinen Wollwerken in die Öffentlichkeit gestellt habe, dann erinnere ich mich an meine Zweifel noch ganz deutlich. Es war ein Wagnis aus meiner Sicht und der Start wäre ohne ein paar tolle und hilfreiche Menschen auf DaWanda nicht so gut gelungen. Mein Selbstbewusstsein wuchs und mit ihm auch meine Pläne, vor allem weil ich Partnerinnen, Beraterinnen und zauberhafte Kundinnen hatte.

Ich habe zauberhafte und interessierte Kundinnen kennen gelernt. Sie inspirieren mich und meine Wollwerke und bestärken mich täglich, weiter zu arbeiten, zu lernen und zu experimentieren. Auch auf den wenigen Märkten, auf die ich mich bisher getraut habe, gibt es diese begeisterten Menschen, die schätzen, was ich tue. Es entstehen Kontakte, die oft erst später Früchte tragen, aber sie entstehen.

Daneben stehen natürlich die Menschen, die - aus welchen Gründen auch immer - uns als Projektionsfläche für ihre Sprüche und Abwertungen benutzen wollen, die uns Aufträge erteilen, uns arbeiten lassen und es sich dann  scheinbar "plötzlich" anders überlegen. Ich konnte mich über solche Strategen bis in den Schlaf ärgern.
Heute passiert mir das nicht mehr. Lange hab ich gebraucht um meine Forderungen ganz klar zu nennen und nicht davon abzuweichen. Aber ich kann das heute.

Das wichtigste ist aber, das diese Art von "vermasseltem" Kundenkontakt immer die absolute Ausnahme geblieben ist.

Ich denke heute, gerade auch gedanklich angespornt durch Andivas Post, wir sind zu zaghaft. Wir stehen nicht da und sagen: "das ist meine Arbeit wert, so biete ich sie an und niemand redet mir da rein!"
Ich glaube, wir müssen weder unsere Arbeitszeit oder den Materialeinsatz erklären. Wir müssen uns nicht rechtfertigen, wenn wir einem Konsumritual widerstehen. Wir müssen nicht verzagt hinnehmen, dass wir benutzt werden, dass es immer noch Anbieter gibt, die die Regeln missachten.

Wir dürfen den Marktbetreibern unsere Bedingungen nennen, und wenn die diese nicht akzeptieren, dann gehen wir eben nicht hin. Ich bin gebeten worden, auf einen Markt zu kommen. Unbedingt sollte ich kommen, weil es ja eine so schöne Abwechslung wäre. Zahlen sollte ich aber wie eine Würstchenbude. Und der Markt musste ohne mich und meine Wollwerke auskommen.
Wohlgemerkt, ich habe auch schon andere, positive Erfahrungen gemacht.

Doch es ist schon wahr, wenn wir uns nicht trauen zu bestimmen, wie der Hase läuft, dann machen das eben andere.

Wir sind keine scheuen Rehe, wir sind Geschäftsfrauen. Wir müssen weder uns noch unsere Kunstwerke verstecken - wir werden immer besser und professioneller. Und wer an uns verdienen will, kann das eigentlich nur zu unseren Bedingungen - nicht umgekehrt. Es ist doch an uns, die Bedingungen zu diktieren oder dann eben Wege zu beschreiten, die wir gehen wollen. Es ist an uns, nicht auf Trampelpfaden hinter einem Leitwolf - egal wie liebevoll er sich tarnt - herzustolpern, der zu alledem noch nicht mal bereit ist zu "beschützen".

Das wäre doch mal eine hilfreiche Haltung für 2013!

Kommentare:

  1. Du hast meine volle Zustimmung. DANKE für diesen Post. Ich hatte schon wieder Gewissensbisse, ob ich nicht doch zu teuer bin, aber ich glaube, ich werde in Zukunft sogar noch ein bißchen teurer werden ;-).
    Ich wünsche Dir ein gutes neues Jahr, Gesundheit, Glück und Erfolg.
    LG
    Bine

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  2. Vielen Dank für deine Worte!
    Ich habe auch das Posting von Andiva gelesen (und heute bei facebook geteilt). Sie hat ja so recht.

    Ich denke auch, dass wir uns für unsere Arbeit (und damit Preise) nicht rechtfertigen müssen. Ich glaube, das machen wir Frauen sehr gerne. Aber nein! Das müssen wir nicht!!!

    Ich wünsche dir einen schönen Jahreswechsel und für 2013 Gesundheit, Zufriedenheit, Erfolg und Gottes Segen!!!

    Biene aus dem Seifengarten

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  3. Liebe Susanne...

    auch mir gingen die Worte von Andiva nicht aus dem Kopf. Früher habe ich auch erklärt, mich richtiggehend entschuldigt.....inzwischen weiß ich, was meine Arbeit und mein Handwerk wert ist und diese Erkenntnis und einen starken Rücken wünsche ich allen, die diese wunderschönen Dinge herstellen!!!

    Ich wünsche dir für 2013 viel Kreativität und Spaß, Gesundheit und Erfolg!!

    Ute

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  4. Liebe Susanne,
    danke dir fürs weiterGedankenmachen und Netz-spinnen.
    Einen guten Start ins neue Jahr!
    Liebe Grüße
    Andi

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  5. Hallo Susanne! Klar müssen die Werke ihren Preis haben, ich habe aber noch einen anderen Aspekt dazu.Ich möchte das sich auch Menschen mit weniger Geld die Dinge leisten können, darum versuche ich einen Mittelweg zu finden, übrigens finde ich deine Werke nicht zu teuer.
    Gesundes Neues Jahr Cornelia

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