Freitag, 9. Juli 2010

Hitzefolgen...

haben manchmal Schockwirkung. Heute Morgen radelt mein Tochterkind 1 zum Zahnarzt, um sich den allerletzten Milchzahn ziehen zu lassen - und das mit 17. Na ja, jedenfalls sollte alles schnell gehen, ohne Frühstück und trinken muss manja auch nichts, kostet alles Zeit, kann ja alles hinter her passieren.
Was nun auch immer der Grund war, mein Herzenskind wird bei der Zahnärztin nach der Spritze auf dem Stuhl ohnmächtig - die Ärztin wird panisch - könnte ja ne allergische Reaktion sein, oder so - ruft den Notarzt und mich an.
Geballte ärztliche Kompetenz kommt zeitgleich mit leicht panischer Mutter in der Praxis an. Besorgter Blickvon studiertem Fachmann - aus drei Meter Abstand - und schon ist die Krankenhauseinweisung fertig. Überfahrene und überforderte Mutter fährt tief besorgt hinter dem Notarztwagen her, kommt in der Klinik an und findet Kind mit Kanüle im Arm ( is nichts angeschlossen, die Hauptsache, da ist schon mal ein Loch) und verkabelt am EKG - nur ein Arzt ist weit und breit nicht zu sehen. Nachdem besorgte Mutter dann von 3 Schwestern, innerhalb von 2 Stunden, m3hrmals gesagt bekam, dass es "gleich" weiter gehe, sich anhören durfte, dass große, schlanke junge Frauen in der Gluthitze ohne Frühstück leicht zum Umfallen neigen würden -  da riss besagter Mutter der Geduldsfaden und gleich der Freundlichkeitsfaden mit ab. Dann bekam das Kind wenigstens etwas zu Essen und zu Trinken. Stunden später durften wir dann, mit der Ermahnung in Zukunft brav viel zu Trinken, wieder nach Hause. Leider war die arme Mutter da bereits  dehydriert - aber das macht nix, die is ja Kummer gewohnt ;-)))
Ich sag es ja, ich liebe Schnee!

Donnerstag, 8. Juli 2010

Sommerferien

 Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, dass zumindest ein Teil der Familie nicht mehr um 6 Uhr aufstehen muss, dass die Schulinsel nun mental ganz weit weg ist und die Töchter den Kopf frei haben für so vieles, was sonst immer zu kurz kommt.
Ich bin noch nicht ganz angekommen in dieser Freiheit, jedenfalls innerlich noch nicht. Noch treiben mich Nacharbeiten und "allerletzte" Termine aus dem Bett und aus dem Haus. Noch ist der Badesee nur ein Ort meiner Sehnsucht.
Meine Beiden sind noch völlig schlapp, auch wenn sie heute lange schlafen konnten, der Powerrun der letzten Wochen sitzt den Mädchen noch in den Knochen. Es wird mir ewig ein Rätsel bleiben, warum gerade zum Ende eines Schuljahres alle noch einmal so aufdrehen. Für kaum eine Berufsgruppe gibt es so viele spezifische Planungshilfen, so viele Kalender und Rahmungen, wie für Lehrer. Kaum etwas ist so vorherseh- und planbar wie Schuljahre. Und doch kommen die jährlichen Abschlussprüfungen immer so überraschend, das Abitur frist den halben Lehrkörper weg und wenn das alles überstanden ist, fällt einigen offensichtlich auf, dass da noch andere Menschlein herum laufen, denen man in letzter Minute noch die Hölle heiß machen kann. Das Ergebnis ist ganz einfach beschrieben: Alle sind genervt, stöhnen, sind erschöpft und ausgelaugt, alle brauchen Ferien!
Ich will ja nicht behaupten, dass Schule zu organisieren ein einfacher Job ist. Ich will auch nicht behaupten, dass die politischen Herumspielereien an unserem Bildungsalltag das Leben in und um die Schule leichter machen - ganz im Gegenteil. Ich verstehe auch, dass es nicht immer leicht ist, mit den Kindern zu arbeiten, sie wach zu halten, sie wissenshungrig zu machen. Ich weiß auch um die täglichen Kraftakte, die Schulprofis investieren müssen.
Und doch fällt mir auf, dass es Menschen im Lehrbetrieb gibt, die ihre Stukturen positiv gestalten und trotz Leistungsdruck eine gewisse Leichtigkeit ins Leben tragen.
Von der Sorte Mensch wünsche ich den Kindern dieser Welt einfach mehr. Dann wären Sommerferien eine fröhliche Zeit, in der alle Inspirationen sammeln könnten, sich außerhalb der Institution Schule entfalten könnten und ganz entspannt auf neue Herausforderungen zugehen würden.
So ist leider die erste Zeit, eine Zeit der Verdrängung und des "Erholens" und die letzten beiden Ferienwochen dienen dem "sich Verrücktmachen" vor allem, was alles auf einen zukommt. In Frankreich gibt es eine Unmenge an Schulstoff-Nacharbeitungs - und Vorbereitungsheftchen - sogar im Supermarkt kann man sie kaufen - alles für das "Rentrée"! Schon während der Ferien müssen/ sollen die Kinder weiter lernen, nachlernen, vorlernen, wiederholen, Vorsprung erarbeiten.
Wir sind hier auch bald so weit! Bei dieser Vorstellung gruselt es mich leicht. Denn Bildung ist nicht eine Frage nur des Schulstoffes - da bin ich mir ganz sicher.
Aber dazu dieser Tage mehr.
Jetzt lassen wir es uns erst einmal gut ergehen und bilden uns auf andere Weise!
Euch lade ich in den nächsten Tagen ein, mit mir zu diskutieren über Leben, lernen und Leben lernen - aber natürlich nur, wenn Ihr wollt :-)))

Dienstag, 6. Juli 2010

Kommentarlos...

ist das Bloggerland heute!

Nicht nur ich kann meine Kommentare nicht veröffentlichen!
Mädels, ich hab sie alle gesehen, gelesen - und finde es wunderbar, dass alle so unermüdlich versuchen das Bloggerland wieder aus der Einbahnstraße heraus zu schubsen! Ich fürchte nur, sie sind auf immer in einer anderen Galaxie verloren gegangen. Oder ein schwarzes Loch hat sie verschluckt - oder sie sind dort, wo alle linken Socken hin verschwinden. Wer weiß das schon?
Wo bleiben die Fachleute...
So was langsames - es kann ja nicht an der Hitze liegen - haben die etwa Ferien?
Wie gut, dass wenigstens die Mailprogramme  noch mitspielen.

Stöckchen von Bea!

 Da hat doch Bea - arche-bear-s-daily-unfug.blogspot.com - mir ein Stöckchen zugeworfen - und eigentlich bin ich keine große Freundin solcher Ketten - doch Bea ist so ein toller Mensch, die werd ich nicht enttäuschen. Aufgabe ist Aufgabe. Sie hat 8 Fragen formuliert und ich hab sie beantwortet - ob ich allerdings das Stöckchen weiterwerfe überlege ich noch - denn heute ist die Zeit äußerst knapp. In der Schule der Mädels ist Sommerfest und da ist für die "Vorsitzende des Fördervereins" noch ne Menge zu tun. Himmel, bin ich froh, wenn Ferien sind!




So, jetzt aber, liebe Bea:


Mit wem würdest du gern mal auf der Bühne stehen?Also, wenn es schon sein müsste, das mit dem "auf der Bühne stehen", dann müsste es ein Schauspieler sein, denn singen kann ich höchstens den Saal leer - und dann würde ich - mmhm - ich sags jetzt einfach - Alan Rickman. Ich finde, der Mann hat so herrlich traurige Augen....
- ein Lied, das dich zu Tränen rühren kann?
Grad gestern haben wir einen wunderbaren Lehrer verabschiedet, er geht an eine andere Schul - und da hat der Schülerchor "Nehmt Abschied Brüder" gesungen - und ich hab geheult!
- eine Sportart, bei der du nicht mal zuschauen magst?
ehrlich jetzt, ich schaue gar keinen Sport - ich finde "Zuschauen", gelinde gesagt, sterbenslangweilig!
- ein Sprichwort, das dich nachhaltig beeindruckt hat?
"Du kannst dein Leben nicht verlängern, noch verbreitern - nur vertiefen!"
- Deine Lieblingsfarbe, und warum?
Blau - in allen Schattierungen - es belebt einfach und ist dennoch nicht aufregend - vielleicht weil ich das Meer so liebe.
- etwas, worauf du essenstechnisch GAR NICHT verzichten kannst?
Obst und Obst und Obst.
- welches ist deine Lieblingsjahreszeit, und warum?
Der Herbst ist absolut meine Lieblingsjahreszeit, weil er bunt ist, weil es viele heimische Früchte gibt, weil man Kastanien sammel kann, weil ich Hagebutten liebe und weil dann bald Weihnachten ist !
- wohin möchtest du "einmal im Leben" reisen, wenn du es nicht zahlen müsstest?
In die Bretagne, nach Kerfissien. Einen schöneren Ort um die "Nebel von Avalon" zu lesen gibt es nicht!

Sonntag, 4. Juli 2010

Zuhause im Glück!

 Mein Tochterkind 2 hat die traditionelle Segelfahrt der 9. Klassen erlebt und ist doch freiwillig zu uns zurück gekommen - auch wenn das Schiff tausend mal schöner war als unseres, die Crew viel netter als wir, das Leben an Bord aufregender, das Segelrevier viel spannender als der Wannsee und das Wetter traumhaft. Ich hab sie wieder! Ein müdes, aber glückliches Kind zurück zu bekommen ist doch ein Grund für's glücklich sein.


In der Zwischenzeit haben wir die französische Austauschschülerin von TK2, nach 9 Wochen bei uns, sorgsam in das Flugzeug gesetzt und unser Schlafzimmer wieder zurück erobert. Kein Kellerkind mehr zu sein, ist auch ein Grund zum glücklich sein. ( Auch wenn ich zugeben muss, dass das Schlafen im Keller bei den Temperaturen sehr angenehm war.)
Und da wir gerade dabei waren, mit dem Umräumen und Möbel rücken, haben wir die Chance genutzt und einen notwendigen Schritt zur Renovierung der Küche getan. Es musste eine neue Dunstabzugshaube her und für die aufgequollene Arbeitsplatte ein Ersatz. Das war jetzt erst einmal nicht unbedingt ein Grund zum glücklich sein. Handwerker sind absolut eine besondere Spezies und für die Nerven der unbedarften Hausfrau schwer zu ertragen. Vor allem das "Abbauteam" hatte schlechte Laune und keine Ahnung. Und wenn die Hausfrau dann auch keine Klemptnerlehre gemacht hat, kann es  eng werden. Ich gebe zu, dass ich auf diesem Gebiet meiner Bildung nicht die größte Aufmerksamkeit gewidmet habe - ehrlich jetzt. Also musste ich - von einer Minute zur anderen- noch einen Klemptner besorgen. Stundenlang kein Wasser im Haus ist ne spannende Erfahrung - und das bei der Hitze. Ein Loch in die Küchenwand haben die Spezialisten auch noch gestemmt, weil sie mir einfach nicht glauben wollten, dass die alte Rückwand geschraubt und nicht geklebt worden war. Da hatte ich dann mal Ahnung - auch nix geholfen. Ich war jetzt nicht ganz so begeistert von der Truppe. Das nächste mal bestelle ich das Team aus der bekannten TV-Serie - die maulen nicht und sind prima vorbereitet - und ich geh ins Hotel! Aber zum Ende wurde dann doch alles gut. Aber nur weil mein großes Tochterkind so ein wundervoller Mensch und Handwerker ist. Sie hat dann die Löcher zugegipst, die Wand neu gestrichen und mit mir gemeinsam alles neu geordnet! Danke mein Kind! Wenn das kein Grund zum glücklich sein ist, dann weiß ich es nicht.
 Ja und dann sind in 3 Tagen die Strapazen des Schuljahres zu Ende und hier gibt es Ferien!
Wir haben gerade ein Zuhause im Glück!
Und das wünsch ich Euch auch - nicht nur für die kommende Woche!