Sonntag, 12. Dezember 2010

Zwölf!

Heute ist die kleine Christrose auf dem Feld vor dem Stall erblüht. Mal abgesehen davon, dass ich diese Pflanze sehr liebe ( und sie mich auch, denn wir haben seit Jahren zwei große Helleborus im Garten, die üppigst blühen) werden ihr Heilkräfte nachgesagt. Da sie aus dem Gebirge stammt, kann sie bei Eis und Schnee auch ihre Pracht entfalten. Es ranken sich viele Geschichten um diese kleine Blüten, sie sollen vom Himmel gefallene Sternlein sein, Menschen gesunden lassen und sie künden von der Geburt Christi. Bei uns kommt sie schon jetzt, da erst Mineral, dann Pflanzen- dann Tierreich vor die Krippe kommen und erst dann kommen die Menschen. Nur die Schafe, die drängeln sich halt vor. Aber das wisst ihr ja schon.
Es ist immer ein besonderer Moment, wenn diese leuchtende kleine Blüte Einzug hält. Bevor die Engel kommen, erstrahlt das Weiß fast wie ein Licht. Und vielleicht würden wir sie zu anderen Zeiten gar nicht so richtig wahrnehmen zwischen den kräftigen Farben der üppigen Blütenpracht. Sie zeigt, dass auch in dunklen, kalten Zeiten Leben möglich ist. Sie trotzt den Umständen und erinnert uns an unsere eigene Kraft, an unsere Fähigkeit auch an schweren Tagen den Kopf oben zu behalten. Sie ist für uns schön und kraftvoll und außergewöhnlich - oder sind wir kraftvoll und schön und außergewöhnlich und lieben sie, weil sie uns so ähnlich ist oder zieht uns ihre Schönheit an, weil sie uns vorbereitet auf das Kraftvolle, das da kommt?


Wann fängt Weihnachten an?     
Wenn mitten im Winter
eine Rose aufblüht
der Schmetterling leuchtend bunt
durch den Garten zieht
die Nachtigall
ein Lied der Hoffnung singt
und zwischen Menschen
Freude und Glück erklingt
dann fängt Weihnachten an.

Wenn mitten im Streit
Versöhnung beginnt
es selbst zwischen Feinden
wieder richtig stimmt
der Reicht
mit dem Hungrigen teilt
und der Lahme
zum Regenbogen eilt
dann fängt Weihnachten an.

Wenn mitten im Leid
die Not gewendet
das Dunkel des Todes
durch Licht beendet
ein Kind
wichtiger als alles ist
und du
ganz du selber bist
dann fängt Weihnachten an.
    Hermann-Josef Frisch  

Kommt gut in diese Adventswoche und vielleicht sucht Ihr euch ein Plätzchen zum Bertrachten von Schönheit!

Kommentare:

  1. Ach Susanne, ich hab meiner Mama eine Christrose geschenkt.......sie hat sie noch nicht gesehen, aber sie wartet auf sie....

    AntwortenLöschen
  2. Ein Glück dass es Christrosen gibt, liebe Susanne,
    denn sie sind gerade jetzt so fein und edel, und ich finde sie wunderschön.
    Leider habe ich hier mit ihnen kein großes Glück, der Boden ist zu schwer, aber dennoch, ich versuche es immer wieder...
    Liebe Grüße an diesem eiskalten Montag, cornelia

    AntwortenLöschen
  3. Liebste Susanne,
    danke dir für deine Türchen. Bin gerade eben durch sie geschlendert und es hat gutgetan deinen Gedanken und Erzählungen dabei zu folgen!
    schicke dir ganz liebe Grüße
    Susanne

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Susanne,
    das Gedicht ist wunderschön! Und die Christrose, die zu dieser kalten Jahreszeit blüht wenn alles andere Winterschlaf hält, ist doch ein tröstlicher und hoffnungsvoller Gedanke! Irgendwie mag ich Deine Schafe, die immer versuchen, sich vorzudrängeln, sie freuen sich eben ganz besonders, dem Christkind nahe zu sein :-)!
    Ganz liebe Grüße von Claudia

    AntwortenLöschen
  5. Wunderschön!!!! Und ich habe auch das allererste Mal eine Christrose in meinem Garten blühn. Ich wußte gar nicht mehr, daß ich mir letztes Jahre eine "gegönnt" hatte. Dafür habe ich mich um so mehr gefreut.
    Und einen knallorangen Baumpilz habe ich letztens im grau-braunen düsteren Wald entdeckt. - Jetzt werde ich ihn im Schnee wiedersuchen, denn es ist sooo verschneit!
    Liebe Grüße Tinki

    AntwortenLöschen