Samstag, 4. Dezember 2010

Vier!

Na, Ihr wunderbaren Adventskalenderfrauen, das habt Ihr toll gemacht. Nun sitzt ich hier und bin so klug als wie zuvor. Mir geht es ein wenig wie Claudia, ich finde die Gründe eurer Wahl überaus spannend.
Dann werde ich mir eben noch einen Tag Zeit lassen, um mich zu entscheiden.

Und wen haben wir heute auf dem Markt getroffen? Vielleicht kann man es ja erkennen, Maria hat sich für die bevorstehende Reise einen Esel als Träger ausgesucht. In den Weihnachtsgeschichten der Bibel kommt er gar nicht vor, der kleine graue Geselle. Und doch finden wir ihn heute in fast jeder Darstellung der Krippenszene. Kleiner als Pferde, widerstandsfähig, ganz schön kräftig für ihre Größe, eigneten sie sich ganz gut für den Dienst im Alltag der Menschen. 
Sie sollen ein bischen störrisch sein und nicht immer alles tun, was man von ihnen verlangt. Diese Eigenheit macht mir die Grautiere um so sympatischer. Dienstbar sein zu wollen oder zu müssen ist eine Sache, diesen Ansprüchen immer - sofort und ohne Verzögerung nachkommen zu müssen, eine ganz Andere. An manchen Tagen erwische ich mich dabei, dass das "dienstbarsein Wollen" wichtiger erscheint, als sich um die eigenen Kräfte zu kümmern, als den eigenen Bedürfnissen nachzuspüren und sich einmal ganz viel Zeit zu lassen mit dem Erfüllen von Anforderungen. Ich will ja nicht egoistisch sein, das wäre überhaupt nicht gut! Es ist schon eigenartig, was man sich im Laufe des Lebens für ein Selbstbild zurecht zimmert, welchen Angepasstheiten man einen vermeindlichen Sinn zuweißt.
Vielleicht ist der Esel gar kein "dummer Esel". Ganz im Gegenteil. Er ist ein kluger Geselle. Sich zu verweigern, bei sich selbst zu bleiben, sich den Raum für die eigenen Tempi zu lassen ist wirklich ein weiser Schritt. Nicht zu rennen und zu hetzen, das könnt ich mir ja mal vom "lahmen" Esel abschauen.

Und während ich hier sitze und schreibe, fällt mir auf, wie viele negative Zuschreibungen dieses besondere Geschöpf im Laufe der Jahrhunderte auf seinem geduldigen Rücken angesammelt hat. Ich werd heute eine positive hinzufügen: Der Esel ist ein großes Vorbild für alle, die dazu neigen, sich manchmal selbst zu verlieren im Dienst einer "wichtigen" Sache oder für einen geliebten Menschen.
Maria wusste schon, warum es ein Esel war, den sie sich für ihre Reise ausgesucht hat!

Kommentare:

  1. Der Esel. ;-) Er ist schlau, treu und mutig...
    http://www.br-online.de/bayern2/bayerisches-feuilleton/der-stoerrische-und-kluge-esel-ute-mings-auf-eselspfaden-ID1279640310301.xml

    Und leider verkannt.

    Danke für diesen wundervollen Kalender♥

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  2. Liebe Susanne,
    da hast Du genau recht. Absoluter Gehorsam ist auch nicht mein Ding. Deshalb haben wir auch 5 Katzen und keinen Hund. Katzen tun auch nicht immer (oder eher selten) das, was man von ihnen will.
    Liebste Grüße
    Bine
    PS.: Bei mir schneits! DANKE!!!

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  3. Liebe Susanne,
    ich finde auch, dass sich abzugrenzen wenn etwas die eigenen Kräfte übersteigt sehr wichtig ist und ich mag Esel ;o)!Einen wundervollen 2.Advent und alles Liebe,Petie ♥

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  4. Ja, Susanne, ohne den treuen Esel wären Maria und Josef gar nicht weit gekommen. Er hat sie geduldig bis ans Ziel getragen! Ihm gebührt ebenfalls ein Dankeschön!
    Ich mag auch gerne mal störrisch sein (Sternbild Zwilling :-), die dürfen das *kicher*)
    Liebe Grüße
    Claudia

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