Freitag, 17. Dezember 2010

Siebzehn!

Sie müssen nach dem Weg fragen. Sie sind ein wenig verwirrt, die vier Wanderer zur Krippe. Noch sind die Menschen, denen sie begegnen freundlich. Wer nach dem Weg fragt, der will nicht bleiben. Wer nach dem Weg fragt, der ist an einer Antwort interessiert - auch wenn diese dann manchmal mehr verwirrt als klärt. Das ist Euch sicherlich auch schon widerfahren. Da fragt man sich durch eine fremde Stadt und bekommt Hinweise, die sind so kompliziert, dass einem schwindelig wird. Und so viele Informationen kann man sich auf die Schnelle eh nicht merken. Also maschiert man erst einmal weiter, ohne genau zu wissen wohin, die Hauptsache man läuft. Im besten Fall nimmt ein Mensch einen an der Hand und führt uns bis zum Ziel - oder zu einer Stelle, von der aus man sich nicht mehr verlaufen kann. Eine gute Karte hilft auch manchmal, wenn man sie denn deuten kann.
Einen Moment im Leben verwirrt und orientierungslos zu sein macht sicher Angst. Wie geht es jetzt weiter, was soll ich tun, welcher Weg führt an ein lohnendes Ziel?
Wie auch immer. Verwirrung zwingt uns inne zu halten, uns zu besinnen, Wegweiser zu suchen. Wie wundervoll ist es dann, jemanden zu finden, der sich die Zeit nimmt, die Fragen hört und auch die eine oder andere Idee hat, wie es weiter gehen könnte. Traurig ist es, wenn wir Menschen begegnen, die einfach nicht stehen bleiben wollen, die keine Zeit für uns haben. Schlimm wird es, wenn uns der Angesprochene bewußt in die Irre führt. Heute hat mein Navigationsgerät im Auto einen Weg für mich gesucht, den es nicht mehr gibt. Ich war ziemlich fassungslos. Mitten im Land zu stehen und da ist Ende. So ist das wenn man sich nicht orientiert, wenn man sich auf etwas verlässt, das vorgibt alle Fragen zu beantworten - und sie nicht hat.

Ich kenne mich im Leben eines anderen oft auch nicht aus - aber hören und fragen kann ich immer. Ich muss den ganzen Weg doch gar nicht wissen, es reicht manchmal ja schon, wieder Mut zum Laufen oder Gehen zu machen. Wenn einmal ein Schritt gemacht ist, dann wird der eigene Weg vielleicht wieder klar - oder wir gehen einen ganz neuen Weg - mit ungewissem Ziel, doch der Weg kann schon so reizvoll sein, dass es nicht wichtig ist, ob am Ende die "Erfüllung" wartet. Ich bin sicher, der Weg zum Stall kann gemeistert werden.

Wir sind gestern ganz gut angekommen, wir waren alle sehr müde, aber glücklich. Die Mädchen, weil der Ball sehr schön gewesen ist und ich, weil ich sie gesund nach Haus gebracht habe. Man macht sich in "guten" Zeiten viel zu wenig Gedanken darüber, dass das nicht selbstverständlich ist! Ich danke Euch für eure Begleitung durch die Schneenacht und überhaupt!

Kommentare:

  1. Liebe Susanne,
    schön, dass bei Euch alle wieder gut zu Hause angekommen sind. Ja, oft genug ist der Weg das Ziel, aber auf dem Weg nach Hause ist das nicht so. Doch meistens ist das der Weg, den man gut kennt. Ein Navi habe ich nicht und ich wehre mich auch noch dagegen, weil ich Maschinen, die mir sagen, was ich tun soll, einfach nicht mag. Mein Mann will aber unbedingt eins. Da werd ich den Kasten, wenn ich fahre, wohl einfach ausschalten.
    Ein schönes Wochenende.
    Bine

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  2. Liebe Susanne,
    ich wünsche dir einfach mal einen schönen gemütlichen 4.Advent!!!
    Manchmal ist es spannender, die alten eingefahrenen Wege zu verlassen und neue einzuschlagen, auch wenn man nie weiß, wohin sie führen, denn am Ende könnte eine wunderbare Begegnung sein, oder ein traumhaftes Ziel, oder irgend etwas anderes Wunderschönes, das man nicht erahnt.. deswegen lohnt es sich schon manchmal, sich treiben zu lassen, um auf diese Weise zu lernen, dass links und rechts des Weges so viel Anderes, Neues, Ungewohntes zu entdecken ist und nicht alles Geradlinige, Stromlinienförmige immer der einzige Weg ist, weil er vielleicht auch langsam langweilig wird.
    auf neuen Pfaden tun sich auch neue Wegegfährten auf, die inspirierend sein können!
    Auch der Weg durch die Dornenhecke kann einem die Rosen bringen!!!;o))
    In diesem Sinne ein super entspanntes Wochenende!!!Herzlichst,
    Cornelia

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  3. Liebe Susanne,
    ich bin froh zu lesen, dass gestern abend alles gut geklappt hat und die Familie wohlbehalten daheim angekommen ist!
    Sehe ich da ein schwarzes Schaf, das sich in den Vordergrund gedrängelt hat *freu*? In diesem Fall hilft es sicher bei der Suche nach dem richtigen Weg.
    Der Alltag ist oft voll von viele Wegen, das man leicht in Verwirrung geraten kann. Wie gut ist es da, jemanden an seiner Seite zu haben, der für Orientierung sorgt. Heute hatte ich so ein Erlebnis auf dem Viktualienmarkt: Eine junge Frau fragte mich nach einem bestimmten Holzgeschäft, ich musste kurz nachdenken, konnte dann aber weiterhelfen. Sie hat sich so über die Auskunft gefreut, dass ich fast ein bißchen beschämt war: nur eine kleine Asukunft und so eine Freude - einfach ein schönes Gefühl!
    Habt einen schönen 4. Advent!
    Claudia

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