Dienstag, 7. Dezember 2010

Sieben!

Nein, nein - das ist nicht die Europafahne als Bilderrätsel. Das ist der Himmel über unserer Krippe. Jeden Tag kommt ein Stern an diesem Himmel dazu - am Heiligen Abend sind es dann 4 große Sterne, 19 kleine Sterne und eben ein ganz besonderer Stern, der die Könige rufen wird.  Bis heute sind die Wanderung von Maria und Josef und die wundersame Vermehrung der Sterne am Krippenhimmel unser Adventskalender. Bis heute wird sehr genau darauf geachtet, dass auch ja kein Stern fehlt. Schon lange können die Kinder zählen, manchmal besser und aufmerksamer als die Mutter! Wie gut für die Mutter, dass es "nur" 24 Sterne sein sollen dort hinter der Krippe und nicht unzählige, wie sie Maria und Josef bei ihrer Wanderung beobachten konnten, wenn sie Nachts irgendwo lagerten.
Der Sternenhimmel übt auf uns alle - da bin ich mir fast sicher - eine ungeheure Anziehungskraft aus. In einer klaren Nacht vor das Haus zu treten und den Blick ins weite Rund des Himmelszelts zu richten bringt manchmal eine erhabene Stimmung hervor, manchmal eine ehrfürchtige und ab und zu auch eine romantische. Bei aller Ergebenheit an die Wissenschaft, bei allem Verständnis für Astronome und Physiker und ihre Erklärungen, ihre Beweise - für mich bleibt der Sternenhimmel ein Mysterium. So weit von uns entfernt und doch deutlich zu sehen - wenn es nicht gerade regnet. So viele Lichtpunkte betrachten zu können ohne geblendet zu werden. Dieses dunkle Blau lässt die Augen zur Ruhe kommen, sie sind ganz entspannt und können die Sterne einfach genießen. Nachts auf dem Meer kann sich der Seemann nach ihnen richten, wenn er sie noch kennt, die Sternenstraßen. Es wird gesagt, die Sterne wissen um unser Schicksal. Wenn wir nur in ihnen lesen könnten, würden sie es uns verraten. Wir binden unsere Wünsche manchmal an uneren Stern, wir spielen mit dem Gedanken, dass Sternschnuppen uns ein kleines Wunder bescheren, wir holen für einen geliebten Menschen die Sterne vom Himmel - und wir lassen sie in der Weihnachtszeit überall funkeln.
Ich erinnere mich an meine allerliebste Kinderweihnachtsgeschichte, an "Peterchens Mondfahrt" und an die kleinen Sterne, die nur dann strahlen konnten, wenn ihr Kind ganz artig war. Ich vergesse nie das eifrige Gesicht des armen kleinen Sternleins, das seine Strahlen so mühsam putzen musste. Natürlich ist die Geschichte altpädagogisch, natürlich soll man Kindern kein schlechtes Gewissen machen. Alles klar. Und ich liebe es doch, mein kleines Sternchen, das bis heute immer mal wieder seine Strahlen putzen muss. Ich bin froh, dass es immer noch leuchtet und strahlt, dass es Wünsche erfüllt und nicht nachtragend ist - auch wenn ich ihm Kummer bereitet habe.
Es ist doch das Zeichen der Weihnacht - die Vergebung kommt in die Welt - ein sanftes immerwährendes Licht - ein Stern, der auf die Erde steigt und hier unter uns geblieben ist! Auch wenn der Physiker jetzt schmunzelt und der Astronom  verwundert den Kopf schüttelt. Für mich haben die Sterne am Himmel eine Seele und das nicht nur in der Weihnachtszeit.

Kommentare:

  1. Das Sammeln der Sterne am Himmel ist eine zauberhafte Idee, Susanne! Als die Kinder klein waren, gab es bei uns jeden Abend ein Kapitel der Weihnachtsgeschichte von Jostein Gaarder...
    Ich finde die Sterne tröstlich. Sie werden noch sein, wenn niemand mehr da ist, der sich an uns erinnern kann. Egal, wie die Welt sich dreht, die Schönheit des Firmaments wird bleiben...das macht mich immer zur rechten Zeit wieder demütig.

    Und die Sternschnuppen im August sind Pflichtprogramm!

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  2. Deinen besonderen Adventskalender verfolge ich soooo gern.
    Und "Peterchens Mondfahrt" und die Sterne mag ich auch!
    Nun warte ich auf die 8.
    Liebe Grüße und bis morgen! Conni

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  3. Ja, liebste Susanne, so ein sternübersternter Himmel hat schon ne´wahnsinnige Anziehungskraft ;o)!Wir können von unserem Balkon aus den "großen Wagen" Abend für Abend,Nacht für Nacht gaaanz deutlich erblicken, ohne den Hals verrenken zu müssen,ohne ihn lange suchen zu müssen, er steht da einfach,zuverlässig,leuchtend und treu ;o)und es ist ein schönes Gefühl, dass er da ist ;o)!Einen wundervollen Abend und die allerliebsten Grüße,Petie ♥

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  4. Liebe Susanne, wie schön du über die Sterne schreibst...
    ja, auch für mich ist das unendliche Weltall ein Mysterium, ich mag es, an der dunkelsten Stelle im Garten hinauf zu schauen, wo sie alle funkeln und glänzen und es ist mysthisch und geheimnisvoll, diese unendliche Weite, man weiß nicht, wer da wohnt, was dahinter ist und überhaupt... der Mensch kommt sich so klein und mickrig und unbedeutend darin vor.
    Es schrumpfen so ein bisschen die Sorgen, wenn man lange genug hinaufschaut in diese Weite, und manchmal kommt auch so ein Gefühl von Einsamkeit heraus.
    Ich stelle mir die Menschen in der MIR vor, die so lange da oben kreisen.. wie einsam sie sind, so klein fühlen sie sich, so unendlich winzig in dieser großen Unermesslichkeit.
    Übrigens leuchten die Sterne im Winter viel heller und die Wintersternbilder sind auch ein bisschen schöner als im Sommer.. das alles wohl für uns und unsere Fantasie...!
    Einen sternenbeglänzten Abend wünscht dir herzlich cornelia

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  5. Liebe Susanne,
    ja, die Sterne haben schon eine besondere Bedeutung für uns Menschen. Und als "normaler" Mensch(nicht Astronom oder s.ä.) ist es doch jedesmal faszinierend, wenn man, weit ab von irgendwelchen Städten, mal in der Nacht den wirklichen Sternenhimmel sehen kann.
    GGLG
    Bine

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  6. Liebe Susanne,
    Deine Geschichte über die Sterne berührt mich ganz besonders, enn ich schaue gerade in den Himmel und sehe so einen schönen Sternenhimmel! Mich verblüfft auch immer wieder die Größe des Himmels/ Universums! Am Wochenende waren mein Freund und ich räumlich ca. 90 km getrennt. Als wir Sonntag morgen telefonierten, erzählte ich ihm, dass vor unserem Hotelfenster ein Stern ganz hell leuchtet, er meinte, den sieht er zu Hause auch, es ei die Venus! Da trennen uns Kilometer und wir sehen beide das Gleiche, wenn wir in den Himmel gucken, einfach unfassbar für ein kleines Menschenherz!
    Sei lieb gegrüßt von Claudia

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