Donnerstag, 9. Dezember 2010

Neun!

Dieser Tag sollte der Pflanzenwelt gehören. Denn es wird Zeit für die belebte Welt um Maria und Josef herum. Denn Maria ging auf ihrem Weg durch einen Dornenwald.

Maria durch ´nen Dornwald ging.
Kyrieleison.
Maria durch ´nen Dornwald ging,
Der hat sieben Jahre kein Laub getragen!
Jesus und Maria!

Was trug Maria unter ihrem Herzen?
Kyrieleison.
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
Das trug Maria unter ihrem Herzen!
Jesus und Maria!

Da hab'n die Dornen Rosen getragen,
Kyrieleison.
Als das Kindlein durch den Wald getragen!
Da haben die Dornen Rosen getragen!
Jesus und Maria!

Es ist eines der schönsten Weihnachtslieder, das ich kenne. Es besingt den Weg Mariens, die Verwandlung, den Segen, der uns zukommt durch die Weihnacht. Vielleicht liegt es ja daran, dass es zu den Liedern gehört, die wir zum Adventsgärtlein gesungen haben, vielleicht einfach nur daran, dass es solch eine schöne, einfache und klare Melodie hat. Es hilft mir immer, mir zu vergegenwärtigen, dass die Pflanzen ganz fest zu unserem Leben gehören und sich nicht nur in den Metaphern wieder finden. Ich wollt eigentlich über die Pflanzen und ihre Bedeutung für unser Leben und vor allem für unsere Sinne schreiben. Ich wollte über die Schönheit philosophieren und über den Reichtum an Düften und Geschmäckern nachdenken. Es wäre an der Zeit gewesen, den Dienst zu würdigen, den Pflanzen uns leisten. Nahrung sind sie uns, leibliche wie optische. Dass sie die Welt zusammenhalten, das Wetter beieinflussen, der Erde Mantel sind. Das alles wollt ich schreiben. Aber vielleicht ist das heute gar nicht so wichtig. Mir ist nämlich was ganz Besonders begegnet und das ist auch ein Stück von Weihnachten. Ich habe heute ein Päckchen bekommen. Erst konnte ich mit dem Absender nicht wirklich etwas verbinden. Erst als ich das Kästchen öffnete und den Brief las, da wurde mir klar, wer mich da überrascht hat. Liebe Anja! Ich glaube nicht, dass Du eine Ahnung hast, wie sehr mich dein Geschenk gefreut hat.
Euer aller Mitlesen, Mitspüren und Mitdenken berührt mich ganz tief. Ich möcht einfach mal Danke sagen an dieser Stelle. Zu wissen, wer da alles jeden Abend bei mir zu Gast ist, das ist ein wundervolles Stück Weihnachten!
In diesem Glückspäckchen da fand ich die zwei kleine weiße Täubchen, die Anja so liebevoll gestaltet hat. Sie haben gleich ihren Platz in den Zweigen der Dornenhecke gefunden. Ich bin sicher, dass Maria und Josef und all die anderen, die sich vor der Krippe einfinden werden, einen Moment die Augen heben, das unschuldige, friedvolle Paar betrachten, das ihnen ein Lächeln auf die Lippen zaubert.
Weiße Tauben stehen für den Frieden, für ein inniges Miteinander. Und ist nicht Weihnachten ein Friedensfest? Ein Fest des miteinander Feierns, des sich verbunden Seins. Eigentlich finden die Tauben den Weg auf den Jahreszeitentisch und in mein Bewußtsein eher zu Pfingsten. Sie sollen dort symbolisch den heiligen Geist verkörpern. Und daher ist es gar nicht so weit hergeholt, wenn diese kleinen Lebewesen zur Weihnacht dazu gehören, jedenfalls ab diesem Jahr zu unserer Weihnacht.
Frieden und Sicherheit sind eine Illusion, ein ewiger Menschheitstraum, hab ich mal irgendwo gelesen. Das mag schon so sein. Die Welt ist nicht friedlich, die Natur ist es auch nicht und Sicherheit ist ein Wunschgebilde. Es gibt sie niemals ganz für uns. Wie schnell weichen Frieden und Sicherheit dem Schrecken. Wie leicht geraten wir auf Abwege, erleiden "Schiffbruch",  wie schnell geschieht uns ein Leid. Wir stoßen uns, wir schneiden uns, Verletzungen gehören ins Leben, auch wenn es uns gerade nicht trifft, auch wenn bei uns politischer Frieden herrscht, irgendwo herrschen Hunger und Leid, werden immer Menschen und Tiere gequält, gar getötet. Wir erleiden Krankheiten, manche davon können nicht geheilt werden. Unsere Seelen und unser Geist können leiden.
Und gerade deshalb kommt der Friedensbotschaft so eine ungeheure Kraft zu. Es ist ein sehnlicher Wunsch, ein Konstrukt dem wir nachstreben dürfen. Wir müssen nicht zusehen und abwarten, wir dürfen in unserer kleinen Welt an jedem Tag und jedem Wesen um uns herum mit Respekt und Wertschätzung begegnen.  Ein kleines Lächeln, ein friedvolles, liebevolles Wort bringt uns näher an den Frieden im Sinne der Weihnacht als jede sündhaftteure,vom Medienrummel begleitete Weltenrettungskonferenz.
 Ich wünsch jedem von Euch ein Täubchen, das an das Friedensversprechen erinnen kann.
Ach ja, und die Schafe, die sind einfach viel zu ungeduldig. Die wollen nicht mehr warten. Na dann!
Aber davon morgen mehr!

Kommentare:

  1. Was für bezaubernde kleine Täubchen. Und wie gut sie dazu passen. Solche kleinen "großen" Geschenke erhalten den Frieden in unserer Welt.
    LG
    Bine

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  2. Liebste Susanne,
    du glaubst gar nicht, wie aufgeregt ich gerade bin ;o)!Auch wenn man es sich von mir nur gaaaaanz schwer vorstellen kann, das ist genau das Lied was ich zur Weihnachtszeit jeden morgen unter der Dusche schmettere, du solltest mich mal hören ;o),voller Leidenschaft und Innenbrunst ;o)!Ich weiß leider nicht mehr wann ich es das erstemal hörte, irgendwann in der Teeniezeit ;o) und ich gehörte eher der "Herdmann-Fraktion" an ;o).Aber diese Lied hat mich erwischt und jedes Jahr zu Weihnachten hört man mich in den höhsten Tönen auf´s neue,ich freue mich über diese Gemeinsamkeit mit dir ;o)!Ich drücke dich fest,Petie ♥

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  3. Eure Krippenlandschaft wird bestimmt ein Traum. Das Taubenpärchen ist ganz bezaubernd anzuschauen und sicher eine Bereicherung für die gesamte Szene. Und das Sinnbild des Friedens passt doch hier genau. Wenn nicht zur Weihnachtszeit, wann dann? So herrlich, dass jedes kleinste Detail des Ganzen mit so viel Symbolik und wunderbaren Gedanken verbunden ist. Das Lied gehört auch zu meinen liebsten Weihnachtsliedern. Besonders rührend finde ich es immer von einem Kind allein gesungen. Ein echtes Gänsehautstück.
    Ein herzlicher und lieber Friedensgruß
    Petra

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  4. Liebe Susanne,
    es ist so schön und wertvoll, dass du uns zur Adventszeit wieder so schöne Gedanken schenkst, mit denen wir uns beschäftigen können. Danke dafür!
    die Tauben passen hervorragend zur Krippe, denn Jesus wurde ja auch als Friedensfürst bezeichnet.
    Ein bisschen mehr Frieden, sowohl äußerer als auch innerer würde uns allen gut tun!
    Auch mehr Zu-frieden-heit, der Frieden mit sich selbst und der eigenen Befindlichkeit...und ein bisschen mehr Versöhnlichkeit und Aufeinander-zu gehen... aber das ist für manche Menschen einfach nicht einsehbar und somit nicht verifizierbar..ein bisschen mehr guter Wille wären die Tauben auf dem Dach!!!
    Danke für deine Besuche bei mir, sie freuen mich sehr!!!
    Herzlichst, cornelia

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  5. Oh die Tauben sehen wunderschön aus! In ihrem strahlenden Weiß leuchten sie so eindrucksvoll und strahlen so viel Unversehrtheit aus, das gefällt mir!
    Zudem haben wir Dir zu danken, liebe Susanne, dass Du uns im Advent mit so inspirierenden Texten begleitest und Denkanstöße lieferst!
    Liebe Grüße von Claudia

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