Sonntag, 5. Dezember 2010

Fünf!

...und er hat sein helles Licht bei der Nacht"  Zu der kleinen Laterne, die Marias Wanderung begleiten wird, habe ich eine ganz besondere Beziehung. Mein Mann ist Bergingenieur von Beruf und ich werde nie den Tag vergessen, an dem ich in einer unbeleuchteten Strecke das Experiment wagen durfte, ganz ohne Licht zu sein. Es ist einfach unbeschreiblich. Absolute Schwärze. Lange habe ich das nicht ertragen, obwohl mich einige erfahrene Bergleute begleiteten, wollte ich wieder Licht. Wenigstens eine winzige Idee von Sichtbarkeit sollte sein, dort unten in der Tiefe auf der 800m Sohle. Die Menschen, die ihrer Arbeit dort unten nachgehen, sind so sehr angewiesen auf das Licht - sie dürfen es nicht verlieren - denn die Hoffnung auf die gesunde Heimkehr über Tage geht mit dem Licht der Laterne Hand in Hand.
Licht ist das Hilfsmittel für unsere Augen, die Welt zu erkennen, den Weg nicht zu verlieren, Farben zu sehen, Wärme zu empfinden - und wenn schon nicht das große Himmelslicht am Tage - dann wenigstens das "kleine" Licht in der Hand. 
Vielleicht machen wir es uns heute zu oft zu hell, vielleicht sind wir zu gierig nach Licht. Das mag so sein. Vielleicht ist all der Lichtzauber um uns herum schon viel zu selbstverständlich, zu üppig. Vielleicht kann er die Hoffnung und die Wärme, die so ein kleines Laternenlicht spendet, auch nicht ersetzen. Deshalb ist es ein schöner Brauch für den Heimkehrer eine Kerze ins Fenster zu stellen - ein Licht in der Dunkelheit - und eben nicht dunkle Flecken zwischen der Superbeleuchtung!
Ein kleines Laternenlicht hilft den Weg zu finden, der Nacht den Schrecken zu nehmen - das kleine Licht geht mit uns - und mit Maria!



Kommentare:

  1. Ja, liebe Susanne,
    wir haben hier auch das kleine Licht für die Heimkehrer auf der Küchenfensterbank stehen.Unserer kleine Lampen - Hase Harvey schaut aus dem Küchenfenster und leuchtet von Kopf bis Fuß im gedämpften Licht.Und wenn es im ganzen Haus auch dunkel ist und alle die da sind schon schlafen,für denjenigen der noch in der großen,weiten Welt unterwegs ist,für ihn strahlt er ;o).Wir alle hier im "Hause Paulina" lieben ihn ;o),wir lieben seinen Liebreiz,wir lieben ihn,weil er angemacht wurde und wir somit wissen, dass jemand an uns gedacht hat,wir lieben ihn, weil er zu uns gehört, wir lieben ihn des Rituals wegen,wir lieben ihn wegen seiner Zuverlässigkeit,weil er uns willkommenheißt und uns warm empfängt und aus noch ganz,ganz vielen anderen Gründen-Licht,in welcher Form auch immer, ist etwas wunderbares ;o)!Weltallerliebste Grüße,Petie ♥

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  2. Die Lampe ist schön, so winzig, wie sie ist, kann sie trotzdem die Hoffnung auf Licht tragen...wieder eine schöne Geschichte, Susanne, danke!

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  3. "Beleuchtungsterror" nannte es Adolf Winkelmann unlängst in unserer Zeitung und ich hoffe immer noch inständig auf die Wiederkehr der Bedeutung, daß im Advent Kerzen nicht im Übermaß, sondern wie gedacht......nach und nach, sich steigernd, erhellen wärmen, erleuchtend.....aufflammen......

    und wärmen, erhellen, erleuchten.

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  4. Liebe Susanne,

    danke für die schönen Worte, die mich an meinen Großvater erinnern, der Bergmann war. Dein Adventskalender ist ein sehr erholsamer Ort.

    Glück auf!
    Jule

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  5. Hej - die Lampe kenne ich ;-)
    Liebe Susanne, das ist wieder eine sehr schöne Geschicht. Ich gebe mir alle Mühe, keinen Teil zu verpassen.
    Liebe Grüße
    Bärbel

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  6. Ich bin heute erst dazu gestoßen, aber es ist so schön hier zu lesen und die Bilder zu sehen! Ich freue mich darauf, wie es weitergehen wird!
    Unbekannterweise herzliche Grüße vom Zebra

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  7. Liebe Susanne,
    tja, absolute Dunkelheit ist schwer für uns zu ertragen. Wir hatten vor einigen Wochen einen Stromausfall mitten in der Nacht, der offensichtlich die ganze Straße betraf. Es war absolut dunkel draußen. Total ungewohnt. Sind wir es doch gewohnt, dass immer alles gut beleuchtet ist.
    Und der Brauch mit dem Licht im Fenster für Heimkehrer ist wunderschön.
    LG
    Bine

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  8. Dunkelheit zu ertragen ist gar nicht so einfach - doch mit dem Licht erleuchtet man aber nicht sich selber, das erkennt man wahrscheinlich gerade in solchen Momenten der Dunkelheit unter Tage.
    Die Lampe der Bergleute war ja nicht nur Licht, sondern sie war ja auch eine Art von Lebensversicherung: wenn das Licht erlosch konnten sie sicher sein, daß sie nicht mehr genug Sauerstoff zum Atmen hatten. Also war das Licht für sie doppelt von Bedeutung - es war die Sicherheit nicht vom Weg abzukommen und genügend Luft zum Atmen zu haben.
    Ich wünsche Dir richtiges Licht in der Dunkelheit - tief in Dir drin.
    Liebe Grüße Tinki

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  9. Liebe Susanne,
    das Lesen Deiner Gedanken und Ansehen Deiner kleinen Laterne erinnert mich an eine Liedertextstelle von Dietrich Bonhoeffer. Er hat es kurz vor seiner Hinrichtung im KZ geschrieben, du kennst es sicher."Von guten Mächten..."

    Laß warm und hell die Kerzen heute flammen,
    die Du in unsre Dunkelheit gebracht,
    führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen!
    Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

    Ich schicke Dir liebe, besonders lichte Grüße
    Claudia

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  10. Die Bergleute spielen ja gerade in der Region, in der ich lebe, eine sehr große Rolle, daher gefällt mir dein kleines Grubenlämpchen auch besonders gut. Die kleine Kerze, das Windlicht, die zarte Lichterkette in der Tannengirlande, das sind die wohltuenden Quellen in der Dunkelheit. Solange es nicht zu einem bunten, flackernden Lichterwahnsinn wird, mag ich auch die liebevoll lichtgeschmückten Häuser im Winter. Du hast schon Recht: nicht die halogendurchfluteten Breiche schaffen Geborgenheit, sondern das kleine, einfache Licht.
    Ganz liebe Grüße
    Petra

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  11. liebe Susanne,
    ich habe mich sehr gefreut, dass du heute auf meinem blog warst und mir geschrieben hast!!Das ist schön!
    Zu deinem Post oben habe ich schöne Worte von Dom Helder Camara:

    "Wenn dich der Tag verläßt, erinnere dich:
    du kannst dich in einen Lichtkegel verwandeln, der die dunkelsten Wege und die verworrensten Labyrinthe zu erhellen vermag."

    Tröstliche Worte eines sehr gläubigen Menschen, oder nicht?

    Viele liebe Grüße von mir, cornelia

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