Mittwoch, 22. Dezember 2010

Einundzwanzig!

Irgendwie muss ich die wenigen Augenblicke´Ruhe nun nutzen, die mir bleiben. Ein Tochterkind mit einer heftigen Erkältung war ja noch nicht genug, nun hat sich die Ältere dazu gesellt und auch noch eine Bindehautentzündung entwickelt. *Seufzt* Was machen eigentlich so viele Menschen zwei Tage vor Weihnachten beim Augenarzt?
Da ich diese Frage nicht beantworten kann, wende ich mich lieber unseren Reisenden zu. Heute wartet hartes Brot auf das Heilige Paar. Josef hat sich zu einer schönen Herberge durchgefragt und nun das. Der Wirt weißt sie ab. Er hat keinen Platz mehr, sagt er. Wenn man abgewiesen wird, ist das Misstrauen schnell da. Wenn das Vertrauen auf die Lösung eines Problems, auf das Schicksal frustriert wird - dann ist da schnell die Idee, dass der andere ja nur nicht will - dass er mich nicht haben will, mir nicht helfen will - Zorn brandet auf - Rechthaberspiele beginnen und werden verloren. Und mit tiefsitzendem Zweifel ziehen wir von dannen. Selbstzweifel,Versagensgefühle, Zweifel an der Redlichkeit des anderen.
Und das Gegenüber? Es geht ihm auch nie gut. Jemanden abzuweisen ist schwer, auch wenn die Gründe auf der Hand liegen, auch wenn alles richtig scheint - Zurückweisung erfordert Kraft, Entschlossenheit - und die rechte klare Sprache für solche Gelegeheiten. Häufig findet aber Zurückweisung auf eine herablassende Art statt, wird gar, aus tiefer Unsicherheit heraus, mit bösen Worten vorgetragen. Schuldgefühle sind genauso wenig beglückend wie der Eindruck versagt zu haben. Ich hasse es, jemanden ab- oder zurückzuweisen. Ich weiß, ich tue demjenigen in irgend einer Form weh. Und ich fühle mich bei Ablehnung oder Zurückweisung ganz klein. Am meisten leide ich, wenn meine Kinder Ablehnung erfahren, dann werd ich oft zur Löwin und kann doch nichts an den Gefühlen der Beteiligten ändern.
In unserer Weihnachtsgeschichte doch bleibt die Zurückweisung, die Verweigerung ein Segen. Könnt ihr Euch den kleinen Jesus in einem Hotelzimmer mit Roomservice vorstellen? Ich glaube, niemand hätte an seiner Geburt etwas Besonderes bemerkt. Ein Stern über einem Hotel mit 200 Gästen - wäre wohl eher als Reklamegag interpretiert worden.
So war es schon ganz richtig. Vielleicht ist eine Zurückweisung auch immer ein Hinweis auf einen richtigeren Weg, auf eine neue, schicksalshafte Begegnung. Hoffentlich denke ich bei nächsten Mal rechtzeitig an unsere Reisenden!

1 Kommentar:

  1. Liebe Susanne,
    Deine Figuren sind wieder herzallerliebst! Sogar die Herbergssuche schenkst Du uns, ich freue mich! Ich fasse mich mal an der eigenen Nase, mit Zurückweisung kann ich nur schlecht umgehen, nehme es auch immer persönlich. Da tut mir Dein Hinweis gut, es mal aus der Sicht des Abweisenden zu betrachten, werde beim nächsten Mal dran denken! Wie oft hilft es, einfach mal die Sicht zu wechseln! Danke für diesen Gedanken!
    Claudia

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