Donnerstag, 18. November 2010

Mütterliche Wünsche...

treiben einen ja manchmal wirklich im Guten an. Nicht immer, weil Mütter auch ganz schön Motivation fressen können, oft im "Schlechtes Gewissen-Spiel" punkten und einen auch ab und zu auf die Palme bringen. Ich kenn das nicht nur als Tochter. Ich kenn das auch als Mutter. So sehr ich mich auch bemühe, die Rückmeldungen sind eindeutig. Auch ich bin nicht perfekt, versuche meine Idee in Bezug auf die Gegenwart und die Zukunft der Mädels manchmal manipulativ durchzusetzen. Mea Culpa! Und ich frag offensichtlich zu viel! Merke: Mütterliche Besorgnis und Interesse werden als Neugier ausgelegt. Aber ich will ja meiner Mutter auch nicht alles erzählen, will nicht (mehr) geformt werden und den Erwartungen entsprechen, die oft unausgesprochen in der Luft hängen - und an denen Frau sich hin und wieder den töchterlichen Kopf stößt! Autsch!
Nicht falsch verstehen. Ich liebe meine Mama und bin gerne in viele ihrer Fußstapfen getreten. Und ab und zu lieben mich meine Töchter bestimmt auch - wenn es nicht gerade um Partys und unerledigte Hausaufgaben geht. Doch man kann nicht genug üben, den Umgang miteinander trainieren und sich immer wieder sagen, dass sowohl Mütter wie Töchter eine ganz eigene Biografie haben. Man kann Erfahrungen nicht vererben, man - und auch Frau müssen sie einfach machen. Und wenn ich gerade den Streit zwischen der selbsternannten Urmutter der deutschen Frauenbewegung, Alice Schwarzer, und unserer angeblich so "kleinen" Familienministerin beobachte, dann wünsch ich der "Mutter" von Herzen mehr Toleranz und Geduld mit ihren -  auf ihre ganz persönliche Art erfolgreich emanzipierten - Töchtern. Töchter kritisieren Mütter und ihre Ideen. Töchter müssen ihre Wege gehen - und nicht immer dem Pfad der reinen Mutterlehre folgen. Sei einfach froh, Alice, dass die Mädels überhaupt an deine Arbeit denken. Widerstand bedeutet Interesse. Wer sich nicht an einem Thema reibt, hat auch keinen Bezug mehr zu diesem Thema. Ich hätt Dir echt mehr Großherzigkeit zugetraut - nicht dass Du eines Tages die Stiefmutter der Frauenbewegung wirst.

Ach ja, eigentlich wollt ich Euch ja erzählen, dass sich meine Mutter einen Adventskranz von mir gewünscht hat. Und nu ist er fertig, verpackt und auf dem Weg zur Mama. Kaum war er fertig gefilzt, da sagt doch mein großes Tochterkind zu mir: Mama, wenn ich ausziehe, machst Du mir dann auch einen Kranz? Bitte!"
Es gibt scheinbar eine Menge Bindeglieder zwischen den Generationen.  Vertrauen wir auf das Kontinuum!
Schäfer und Zwerge gingen dann noch andere Wege - aber ich fand sie so schön passend ;-)))

Kommentare:

  1. Liebe Wollwerkerin, jaja, das ist so ein Thema: Mütter, Töchter und dann auch noch Großmütter. Und irgendwas ist man selber ja auch noch immer: Wenn die eigene Mutter noch lebt, ist man Tochter, gleichzeitig aber auch Mutter für die eigenen Töchter. Aber es muss wohl so sein, dass man sich nicht immer in allem einig ist. Solang die Hauptrichtung stimmt, wird das schon werden.
    Und Dein Adventskranz ist ganz einfach einmalig schön, genauso wie die Wichtel und der Schäfer mit seinen Schafen. Meine Bewunderung!
    Liebe Sternengrüße
    Bine

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  2. Hallo Susanne,
    ja so ist das eben mit den Müttern und Töchtern. Nicht leicht aber einfach ;)
    Der Adventskranz ist sehr schön geworden und man hat sehr lange was davon. Ich hatte mir auch mal einen gemacht (das einzige, was ich nass umfilzt habe).
    Er ist im Post vom 20.12.09, falls du gucken magst.
    Ganz liebe Grüße
    Conni

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  3. Liebe Susanne - ja ich bin auch nur Mutter von Töchtern - habe nur Schwestern gehabt und leider ab meinem 12. Lebensjahr nur noch meinen Vater, der vor der Aufgabe stand Mutter und Vater-Erziehung und Aufgaben zu übernehmen. Ich glaube, daß es manchesmal nicht so einfach war, sich in die Töchterseelen hineinzuversetzen - er wollte alles richtig machen und versuchte dies manchmal mit etwas übertriebener Durchsetzung.
    Jetzt mit seinen Enkeln ist er wirklich ein super-toller Opa.
    Ja und ich als Mutter komme wirklich auch des öfteren an meine Grenzen. Versuche den Mittelweg zu fahren, zwischen Lenken und Loslassen - Vertrauen und eigenen Erfahrungen.
    So manchesmal war es sehr schwierig nicht seinen eigenen Kopf durchsetzen zu wollen und dennoch Verständnis zu haben für die Probleme einer Pubertierenden... Ich habe letztens eine herzliche Umarmung von meiner Großen bekommen in der sie sagte, daß ich wirklich als Mutter richtig toll bin und ich alles richtig gemacht hätte ( sie ist jetzt 19 ). Da schmilzt mein Herz und läßt doch hoffe, einiges richtig gemacht zu haben!
    Jetzt habe ich mit meiner Kleinen 10 ja noch eine Chance die Erziehung zu "vermasseln"...
    Nein - ich bin auch für eigene Erfahrungen, solange die Sicherheit der Kinder gewährleistet ist! Das aber auszuhalten ist eine ganz andere Sache!
    Dein Advendskranz und Deine Figuren sind widermal so entzückend schön. Hach, wann komme ich wieder dazu die Wolle zum filzen in die Hand zu nehmen ?
    Allerliebste Grüße Tinki

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  4. Liebe Susanne,
    jaaaaa,Mütter,Töchter, Großmütter, ich glaube da könnte man Bücher mit füllen ;o)!Und viiiiel lernen ;o)!
    Am meisten ist mir von dir der "Satz" Widerstand bedeutet Interesse unter die Haut gegangen.Denn ja, so ist es,wenn keine Reibung mehr da ist, dann ist das Interesse auch verschwunden.
    Das erinnert mich an etwas, was ich vor ein paar Tagen in einem anderen Bezug gelesen habe ;o).Es ging um Ehe männer und ihre Frauen.Dort wurden Ehemänner aufgefordert ihren Frauen solange sie noch "Meckern" Blumen zu schenk, denn wenn sie damit aufhören, werden sie auch kein Interesse mehr an einen Blumenstrauss haben ;o)....das so nebenbei, fiel mir gerade ein ;o).
    Dein Adventskranz ist wunderschön,da kann ich dein Tochterkind sehr gut verstehen ;o)!Einen schönen Abend und viele, liebe Grüße, Petie ♥

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  5. Ja, auch ich bin in der glücklichen Situation beides zu haben: Mutter und Tochter und ich kann deine Worte nur unterstreichen. Häufig geht's nicht mit-, aber auch nicht ohne einander ;o)!
    Auch mit deiner anderen Anmerkung hast du Recht: das Alice schießt manches Mal ein wenig über's Ziel hinaus. Gut, dass es sie gab/gibt, aber das gute, alte Sprichwort: "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold", das man natürlich nicht immer beherzigen muss, scheint sie!!! gar nicht auf ihrer Festplatte zu haben ;o)))

    Schäfer, Zwerge und Kranz sind wunder-, wunderschön!
    Ganz liebe Grüße
    Petra

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