Sonntag, 7. März 2010

Sonntagsläuten-Sonntagslicht...


Sonntagsläuten klingt durch den leuchtenden Ort, das Sonnenlicht blendet mich und tief in meinem Kopf gefangen, fast blind vom gleisenden Schein, formt sich ohne mein Zutun - wie aus lebensalten Ritualen erübt, das "Vater unser...". Alle um mich herum versuchen mich aufzumuntern, mir Kraft zu geben und mir klar zu machen, dass mehr Hoffnung da ist, als ich zur Zeit sehen kann. Was um Himmels Willen hab ich denn erwartet? Das ausgerechnet meine Eltern ein ewiges Leben haben werden. Das mein starker Vater nie aufgibt? Das ich vernünftiger und kühl abwägend Entscheidungen von höchster Qualität treffen kann - bessere, als er für sich selbst?
Wir werden lernen müssen, dass Erwachsen sein nicht nur etwas mit Verantwortungsbewußtsein und mit klugen Voraussagen, nicht nur mit Tatkraft und Gestaltungswille zu tun hat, wir werden lernen müssen, dass Schmerz immer dazu gehört - wir? Ich werde lernen müssen, dass ich auf dieser Welt nirgendwo eine Ausnahmeerscheinung bin. Und ich werde lernen müssen, dass meine Eltern immer noch ihre eigenen Lebenslinien selbst bestimmen - oh weh - hier loslassen, zulassen und bei den Kindern mehr und mehr  loslassen, zulassen - das wir nicht leicht auf dem Drahtseil des Lebens!

Es hat unendlich gut getan, Eure Worte zu lesen, zu spüren, dass Ihr da seid. Dafür danke ich Euch.
Und ich danke Euch auch dafür, dass Ihr mir täglich zeigt, dass das Leben einfach das Leben ist - mit neuen Ideen, alten Problemen, neuen Kämpfen, althergebrachten Abläufen, mit gutem und schlechtem Wetter, eben mit all seinen Wunderbarkeiten. Es ist herrlich und beruhigend zugleich, dazu zu gehören - auch wenn Ihr, dank meiner tagelangen Kraftlosigkeit, nix davon gemerkt habt, dass ich zu Besuch war!
Genießt diesen Sonnen-Sonntag und kommt gut in die neue Woche!

Kommentare:

  1. Das Loslassen und Zulassen kann ein steiniger Weg werden. Doch mit jedem Stein, wird dir dein Ziel immer klarer.
    Loslassen kann auch sehr befreiend sein. ( kann ich nur aus der Erfahrung sagen) Das Loslassen gehört genauso dazu wie das empfangen werden. Es gibt immer ein Abschied und es gibt garantiert immer ein wieder sehen. Egal wo! Da ist meine feste überzeugung.
    Einen schönen Sonntag noch
    liebe Grüße
    anja

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  2. Ich weiß genau, wovon du sprichst und wünsche dir, dass das Drahtseil dir trotz allem, mag es auch manchmal noch so dünn sein, immer genügend Halt und Sicherheit geben wird, das Leben so zu leben/nehmen/meistern/genießen, wie es ist.
    Mit ganz vielen verständnisvollen und guten Gedanken grüße ich dich herzlichst
    Petra

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  3. Ich kann gut mit dir mitfühlen, habe selbst all das erlebt und wünsche dir ganz viel Kraft, Hoffnung und Mut alles was noch auf dich zukommen gut zu überstehen.
    Auch dir trotzallem einen schönen sonnigen Sonntag.
    Liebe Grüße Annerose

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  4. Was unser Leben so wertvoll macht, ist seine Endlichkeit... Ich habe meinen Vater vor fast dreissig Jahren verloren und es vergeht kein Tag, an dem ich ihn nicht vermisse, aber es tut nicht mehr weh.
    Der Abscghied und das Loslassen - schwierig - aber sie verlassen uns nicht, sie gehen nur vor, und auf eine unerklärliche Weise sind sie uns immer nahe, - das erschreckende ist, wie viele inzwischen schon vorgegangen sind...
    Umso mehr haben wir die Verpflichtung, das Leben zu geniessen, solange es uns geschenkt ist *dichmalganzdolledrück*
    In diesem Sinne, app in die Sonne, Kraft und Lebensfreude tanken!!!
    Liebe Grüße von deiner Kullerqueen!!
    Wer lacht überlebt - dies ist seit Jahren mein Motto! - Vielleicht könnte ich das Leben sonst schon selbst nicht mehr genießen?!

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  5. Liebe Susanne, meine Gedanken sind bei Dir und sollen Dir viel Mut, Kraft, Hoffnung und Lebensfreude schicken! Du bist nicht allein, wir fühlen alle mit Dir und wünschen Dir und Deiner Familie nur das Allerbeste! Kopf hoch!
    Liebgrüße von Claudia

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  6. Liebe Susanne - ich denke, daß wir in unserer Kultur irgendwie nicht gelernt haben mit Krankheit und auch mit dem Tod umzugehen... Jeder, der beginnt zu leben, wird auch unweigerlich sterben. Wann das ist - das ist natürlich nicht vorauszusehen! Es ist immer sehr traurig, für die Liebenden, die zusehen, wie jemand krank ist, schwach und Hilfe braucht, den man immer als stark und "groß" angesehen hat. Vielleicht ist es ja auch einfach eine Stärke, in der Krankheit einen eigenen Weg zu gehen???
    Ich wünsche Dir auf jeden Fall ganz viel Kraft - ganz viel Verständnis - und ganz viel Herzlichkeit und vor allem ganz viel Sonnenschein von hier ! Wünsche Deinem Vater alles Gute von mir - liebste Grüße Tinki

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  7. Ach mensch, wie gerne würde ich dich jetzt ganz,ganz fest drücken!Wie oft musste ich diese Phasen mit meinen schon sehr alten Eltern erleben, wie oft war ich ohnmächtig,verwirrt, traurig, verunsichert....und es tat soooo weh.Bis jetzt hatte ich immer wieder das Glück, dass alles wieder gut wurde, obwohl ich schon fast keine Hoffnung mehr hatte.Aber wird es das nächste mal auch so sein ?
    Ich finde loslassen ist wirklich eines der schwersten Dinge im Leben.Ich hoffe aus aller,allertiefsten Herzen, dass dein Papa wieder zu Kräften kommt und es ihm besser geht.Ich wünsche dir ganz,ganz viel Kraft und Stärke in dieser Zeit.Ich wünsche dir alles erdenklich Liebe und hoffe, dass du spürst, dass ich schon die ganzen letzten Tage ganz,ganz doll´bei dir war!Eine dicke Umarmung, Petie ♥

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  8. Ach Susanne,
    manchmal muss ich bei solchen Gedanken an diesen Spruch denken, "Wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel "

    Wahrscheinlich ist es einfach so, daß man auch seinen Eltern irgendwann diese Flügel geben muss - nicht dann, wenn wir bereit sind loszulassen, sondern dann, wenn sie bereit sind sie auszubreiten...Auch dort greift sie wieder, die verkehrte Welt....

    Ich fühle soooo sehr mit Dir!!!

    Herzlichst

    Birgit

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  9. Liebe Susanne, ich wünsche Dir ganz viel Kraft, ich weiß aus eigener Erfahrung, was Du jetzt durchmachst. Gib die Hoffnung nicht auf. Das „Vater unser…“ ist auf jeden Fall schon mal ein sehr guter, Trost spendender Ansatz.

    Ganz liebe Grüße, Bärbel

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  10. Drücke dich einfach leise und vorsichtig.

    Sudda

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  11. Liebe Susanne,
    die letzte Woche zog so schnell an uns vorüber.
    Ich nehm dich etwas verspätet (wie so oft), aber ganz feste in die Arme.
    Es raubt uns unsere Illusionen von einem ewig dauernden Kindsein-dürfen, wenn es denen schlecht geht, die immer schon stark für uns waren.
    Ganz viele liebe Grüße und die besten Wünsche für euch
    Yvonne

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