Mittwoch, 23. Dezember 2009

Tag 23









Seht Ihr, es ist gar nicht mehr weit. Nur noch ein paar Schritte. Das Licht im Weihnachtshaus brennt schon, die ersten Kugeln schmücken den Baum, ihr könnt schon die halb geöffnete Türe sehen - im Weihnachtshaus. Ich glaube, nach diesem langen Weg haben wir uns eine Pause verdient. Kommt, setzt Euch einen  wenig zu mir, ich würde gerne noch eine Geschichte erzählen, bevor der Weg an seinem Ziel ankommt - oder kommen wir an - oder wer?
Ach ja, ich wollte ja eine Geschichte erzählen. Ich kann gar nicht mehr sagen, wo ich sie das erste mal gehört habe - doch das ist nicht so wichtig, es ist ja nur eine Geschichte:
In ganz alten Zeiten, also noch vor damals, hatte jeder Mensch vom ersten Tag seines Lebens an immer einen kleinen Vorrat an - ich nenne sie jetzt mal Kuschelchen - bei sich. Ich weiß, es klingt kitschig, aber einen besseren Namen kenne ich nicht. Wie auch immer sie wirklich genannt wurden, es waren wahre Zauberdinger, diese Kuschelchen.  Wenn ein Freund traurig wurde, da schenkte man ihm ein Kuschelchen - und sofort ging es ihm besser. Sie waren absolut selbstlos, diese Kuschelchen, sie heilten, sie trösteten, sie nährten, sie schützten und stützten, sie trugen des anderen Last, machten ganz warm oder lächelten einfach.  Sie konnten noch mehr, viel mehr - aber das wundersamste war - niemals war jemand ohne Kuschelchen. Sie gingen einfach nie aus. Gab man eines her, bekam man bestimmt eines aus einer ganz unerwarteten Ecke.
Nun gehört in eine anständige Geschichte auch ein Bösewicht! In meiner Geschichte war es ein Zauberer, der versuchte vom Verkauf von Heil- und Liebestränken zu leben. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass sein Absatz ziemlich flau war - gab es doch die Kuschelchen.
Das ärgerte ihn sehr. Nun hatte er aber eine Idee. Er fragte einfach jeden, der ihm irgendwie ein Kuschelchen schenken wollte, ob er sich das gut überlegt habe. "Bist du sicher, dass du noch genug davon hast?" sagte er. "Vielleicht geht dein Vorrat einmal zu Ende, was dann?"
Und so begannen die Menschen sehr vorsichtig zu werden, Kuschel gab es nur noch gegen vertraglich abgesicherte Rückgabe. Manche legten ihre Kuschel auf eine Bank, damit sie sicher verwahrt wären. Bald herrschte große Not im Land. Das war die große Stunde des Zauberers. Er verkaufte unendlich viele Ersatzkuschelchen. Ihr könnt euch das gar nicht vorstellen: Liebestränke, Heilsäfte, Kuschel aus Plastik, Kuschel aus Eisen, bunt bemalte und welche aus Gold und Silber.....
Dumm war nur, sie wirkten nicht lange und so brauchte man immer mehr von diesen künstlichen Kuschelchen. So ein Jammer.
Ja, und zu einer guten Geschichte gehört immer auch eine gute Fee. In unserer Geschichte hatte eine gute Fee ein Einsehen und begann den Kindern Mut zu machen, ihre angeborenen Kuschelchen wieder einfach so zu verschenken. Es dauerte eine Weile, dann fragten sich auch die Erwachsenen nicht mehr ganz so oft, ob sie mit ihren Kuschelchen haushalten sollten. Es wurde wieder heller und wärmer im Land. Der Zauberer ärgerte sich schwarz - deshalb schenkte ihm ein kleiner Junge auch eines seiner echten Kuschelchen. Ob es bei ihm gewirkt hat? Wer weiß das schon?
Ich weiß nur, dass die Geschichte ein gutes Ende hat.
Euch allen aber wünsche ich, nicht nur für heute, dass Ihr immer jemanden trefft, der seine Kuschelchen mit Euch teilen mag.
Ach, jetzt vermische ich Geschichte und Realität - ob das wohl geht?

Kommentare:

  1. liebe Susanne,
    ein wunderschönes und besinnliches Weihnachtsfest wünsche ich dir von Herzen, und vielen Dank für die schön ausgesuchte Karte, die genau zu mir passt!
    Einen fröhlichen Heiligen Abend wünscht dir herzlichst, cornelia

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  2. Und ob das geht ;o)! Ich sende dir auch ganz viele Kuschelchen: für diesen wunderbaren Weg, den wir zusammen gegangen sind, weil Weihnachten ist und ganz einfach so, weil ich dich durch diese Bloggerwelt ein wenig kennen und schätzen gelernt habe.
    Ich wünsche dir und deiner Familie ein recht schönes und besinnliches Fest.
    Herzlichste Grüße
    Petra

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  3. Liebe Susanne,
    2 Geschenke unterm Weihnachtsbaum
    Die haben einen Weihnachtstraum
    Sie wünschen dir fürs neue Jahr
    Das alle Wünsche werden war!

    Weihnachtliche Grüße von Mira

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  4. Was für eine Frage, liebe Susanne

    Na klar geht das. Immer! Jederzeit!
    Ich kenne die Geschichte; dort heissen die Kuschelchen > Schmunzelsteine und wer die Geschichte verschenkt, gibt auch ein kleines, flaches Steinchen mit einem Schmunzelgesicht weiter:-)
    Ich danke dir auch für dein Kuschelchen, welches mir in den Briefkasten flatterte; hab´mich ja sooo gefreut :-)

    Liebe Susanne, ich wünsche auch dir ein wunderschönes Weihnachtsfest mit vielen kuscheligen Momenten.
    Herzlichst, Anette

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