Samstag, 9. Mai 2009

Zeit für sich - Zeit für uns!


Eine wirklich aufregende Woche war das. Eine wirklich gute Woche war das. Es gab ein paar sehr anstrengende Momente für die Mädchen, und irgendwie leidet man immer ein wenig mit. Die Schule ist und bleibt ein Ort, an dem der Mensch sich permanent beweisen muss. Da helfen auch die besten Lehrer nichts, der schönste Rahmen oder die neuesten Lehrmethoden. Wer von uns Erwachsenen steht eigentlich täglich so auf dem Prüfstand? Jedenfalls kann man sich immer wieder mal fragen, wie diese Geschöpfe das alles so meistern und man sollte ihnen das auch sagen.
Diese Woche bot eine Menge Gelegenheiten, diese Botschaft an die Töchter weiter zu geben. Sie schauen dann eher etwas irritiert, wiegeln ab und doch - ich glaube ganz fest daran, dass es wichtig ist, sie zu bestärken, ihre Kraft und ihr Engagement würdigen und mit ihnen zu feiern - selbst wenn sie selbst mit sich nicht ganz so zufrieden sind.

Unsere kleinen Hausgäste schenkten uns zudem ganz viel gemeinsame Zeit - so ein wenig war es wie in einem kitschigen amerikanischen Spielfilm. Wir sitzen zusammen und bewachen das Nest, verscheuchen Nachbars Katze und reden über Gott und die Welt - und das dürft ihr ruhig wörtlich nehmen. Warum sind Katzen so süß und dennoch würden sie den Vogel töten? Wieso soll Gott wollen, dass seine Geschöpfe einander angreifen. Warum stört es uns nicht, dass ein Vogel einen Wurm frisst, aber wir verteidigen den Vogel gegen die Katze? Ich könnte die Liste noch länger machen - jedenfalls kamen wir auch auf die Art, wie Menschen miteinander umgehen. Ich bin immer wieder fasziniert, wie sensibel die Kinder ihre Umwelt analysieren können. Ich will hier wirklich nichts schön reden. Kinder können auch austeilen, sie haben auch ihre Auseinandersetzungen und sind manchmal wütend - unüberhörbar! Aber sie können Versöhnung, sie können Verzeihen, sie schauen hinter die Fassade und spüren die Not - vor der wir manchmal die Augen zu machen. Und wenn sie verlernen sollten, mit der Verletztheit der anderen umzugehen, dann sind wir nicht ganz unbeteiligt. Wir Großen, mit unseren Urteilen, unseren schnellen Bewertungen und unseren ( sind wir doch ehrlich) auch mit unseren festgefügten Meinungen. Ich freu mich jedesmal, wenn meine Kinder mein Weltbild wieder mal so richtig durcheinander bringen. Dahinter verblasst dann auch so mancher Alltagsstress, verliert manche Kränkung ihre Schärfe und wird Freude über Erreichtes doppelt so groß!

Nur eins noch heute Abend - so kurz vor dem Muttertag - unsere Vogelmutter nimmt doch tatsächlich manchmal frei! Das hat mich wirklich verblüfft - sie fliegt einfach weg und lässt die 5 Eier allein. Ist das nicht eine wunderbare Erlaubnis für uns Mütter.

Habt einen wunderschönen Tag morgen - mit - für - als Mutter!

Kommentare:

  1. Freu mich jetzt, daß ich mir die Zeit genommen habe, deine Gedanken zu lesen :-)!
    Muss gerade an meine Tochter denken und wie oft sie mich schon in Gesprächen bereichert hat und manches hat anders betrachten lassen...egal ob sie ganz nah oder fern ist!
    Wünsche dir einen wunderschönen Sonntag und eine Gute Nacht!
    Susanne

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  2. hmmm da denk ich jetzt auch mal in ruhe drüber nach was du da so geschrieben hast...

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  3. liebe Susanne, schön, deine nachdenklichen und so wahren Zeilen zu lesen, und ich merke auch immer, wie mir meine Kinder den Kopf zurechtrücken, wenn ich wieder zu eindimensional denke. Man lernt nie aus, aber man amcht auch Lebenserfahrungen und ist gefrustet, alles hat eben seine Sonnen- und seine Schattenseite...liebste Grüße an dich, cornelia

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