Freitag, 10. April 2009

Stille!

Ein stiller, ein leiser Tag!
In unsere Familie war der Karfreitag schon immer ein sehr stiller Tag! In meiner Kinderzeit war dieser Tag ein Tag voller Langeweile. Die Erwachsenen verhielten sich sehr ernst und jegliches Tun war verpönt. Es gab ein einfaches Essen, das meine Mutter immer schon am Vortag vorbereitet hatte. Ich habe lange gebraucht, zu verstehen was meine Eltern und Großeltern bewog diesen Feiertag auf diese bescheidene, leise Weise zu begehen.
Heute habe ich, so glaube und hoffe ich zumindest, verstanden. Am Karfreitag beginnt das Osterwunder, ohne dieses große Leid wäre Ostern nicht möglich. Heute sammeln wir uns in Stille und äußerer Untätigkeit, um unsere Mitte zu finden, die Mitte unserer christlichen Tradition, unsere Wurzeln.
Ich hoffe so sehr, dass es uns gelingt die Stille und den tiefen Sinn dieses Tages zu bewahren. Es gibt so viel sinnentleertes, in äußeren Formen erstarrtes in dieser Welt.
Wenn ich meinen Töchtern zusehe, wie sie versuchen, sich zurecht zu finden, in der Stille dieses Tages, dann glaube ich, dass es gelingen kann, all dem Oberflächlichen ab und zu Nachdenklichkeit und intensive Gespräche entgegen zu setzen.

Wonach auch immer wir suchen, wir werden es nur finden können, wenn wir uns auf unsere Wurzeln und auf uns selbst besinnen.

ein wunderbares Mittelpunktsymbol von Rosabella - ich danke ihr sehr dafür!

Kommentare:

  1. Das ist mal ein sehr schöner Eintrag für den Karfreitag. Danke! Und Du hast Recht. Die eigentliche Kraft und die Wurzeln liegen in der Ruhe und in der Stille, in uns selbst. Wir können sie nur in stillen Momenten oder stillen Tagen wiederentdecken und wieder eins mit ihnen werden. Im Alltag begegnet mir jede Menge Stress und Hektik. Ohne die "stillen Momente" zwischendurch, die nur mir gehören, könnte ich die "anderen" Zeiten gar nicht überstehen. Ich brauche diese Stille, wie die Luft zum Atmen, immer wieder, zwischendurch. Ganz wichtig.

    Dir ein wundervolles Osterfest, alles Liebe - Kessi

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  2. liebe Susanne,
    Deinen Beitrag zu lesen bedeutet für mich gerade wie meditieren ... und weißt Du was? jetzt erst schaue ich den Mittelpunkt richtig intensiv an, so wie ich es bisher noch nie getan habe ... und auch das ist eine Art von Meditation, wenn ich länger hinsehe, werde ich ganz ruhig ... Deine Gedanken und dieses Mittelpunktsymbol ergänzen sich zu einer wunderbaren Einheit ... oh wie ist das schön!
    danke Dir von Herzen für dieses Erlebnis am Karfreitagsabend!

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  3. Liebe Susanne, danke für diese nachdenklichen Worte, die ich nur unterstreichen kann.
    Ja, es gelingt nur noch wenigen Menschen, an diesem Tag still zu sein, nachzudenken, mal "nichts" zu tun, hier in meiner nachbarschaftlichen Umgebung wurde das Auto ausgesaugt, der Garten gejätet, alles mögliche Umtriebige gemacht, nur um der Stille zu entgehen, es hat mich sehr gestört und ich bin allein meiner Wege im Wald umhergegangen.
    so ist es , aber wie du sagst, es liegt in einem drin, und nur wenn wir danach suchen und es zulassen werden wir es finden!
    Viel Osterfreude in den nächsten Tage wünscht dir herzlichst Cornelia

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  4. ...das Mittelpunktsymbol gefällt mir auch ganz arg!!

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